Überdurchschnittliche Ernte in Sachsen

Sachsen – Gute Ernte, aber zu niedrige Preise: Weiterhin schwierige Situation in der Landwirtschaft

 

Sehr gute Ernten für sächsische Landwirte.

Auf der Agrofarm 2000 GmbH in Eichigt wurden am Mittwoch die Ergebnisse der diesjährigen Erntesaison vorgestellt.

„Die sächsischen Landwirte haben in diesem Jahr eine Ernte mit guten Erträgen eingefahren. Größere Qualitätsprobleme zeichnen sich in Sachsen nach den vorliegenden Auswertungen nicht ab. Witterungsbedingt und infolge des langen Ernteverlaufs sind allerdings regional Abstriche zu verzeichnen“, sagte Landwirtschaftsminister Thomas Schmidt. Gemeinsam mit dem Präsidenten des Sächsischen Landesbauernverbandes, Wolfgang Vogel, informierte Minister Schmidt am Mittwoch im Vogtlandkreis über die Ergebnisse der Ernte 2016.

Die Erntemenge bei Getreide insgesamt beträgt 74,0 Dezitonnen pro Hektar. Damit wird das gute Ergebnis des Vorjahres von 72,9 Dezitonnen pro Hektar noch übertroffen. Der Ertrag von Winterraps ist mit 37,0 Dezitonnen pro Hektar allerdings nicht zufriedenstellend und bleibt unter dem langjährigen Durchschnitt von 38,1 Dezitonnen pro Hektar zurück.

 

Der Ertrag von Winterraps bleibt unter dem langjährigen Durchschnittswert.

„Gute Erträge sind das eine. Diese gleichen andererseits aber nicht die derzeit niedrigen Preise für Getreide aus. Hohe Lagerbestände und ein reichliches Angebot auf dem Weltmarkt drücken die Erzeugerpreise und schmälern das Betriebsergebnis der Landwirte“, schränkte Schmidt ergänzend ein.

Spürbare Auswirkungen zeigen auch die niedrigen Erzeugerpreise bei Milch. „Die aktuelle Situation ist für viele Milchviehhalter bereits existenzbedrohend. Es geht nun um die schnelle Umsetzung der beschlossenen EU-Hilfsmaßnahmen“, so der Minister.

Die Europäische Union stellt für die freiwillige Milchmengenreduzierung unionsweit 150 Millionen Euro für die Milcherzeuger zur Verfügung. Die erste Antragstellung läuft derzeit. Bis zum 21. September 2016 um 12.00 Uhr haben Milchviehhalter die Möglichkeit, einen entsprechenden Antrag beim Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie zu stellen. Pro Kilogramm verringerter Milchmenge wird eine Beihilfe von 14 Cent gewährt.