Vermeintlicher Komplize von al-Bakr aus U-Haft entlassen

Dresden – Khalil A. ist wieder auf freiem Fuß. Er wurde am Sonntag aus der Untersuchungshaft entlassen. In Begleitung seines Pflichtverteidigers Peter Hollstein verließ er gegen 16 Uhr die JVA Dresden. Der Generalbundesanwalt hatte beantragt den Haftbefehl aufzuheben.

© Roland Halkasch

Der 33-jährige Syrer saß seit Oktober in Haft und ist nun mangels Tatverdacht wieder auf freiem Fuß. Dem vermeintlichen Komplizen des toten Chemnitzer Terrorverdächtigen Dschaber al-Bakr wurde Beihilfe zur Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat vorgeworfen. Der Terrorverdacht gegen ihn habe sich nicht bestätigt. Khalil A. hatte die Wohnung in Chemnitz gemietet, in der al-Bakr Sprengstoff lagerte.
Bereits Mitte Oktober erklärte der Bruder des vermeintlichen Komplizen, dass dieser al-Bakr lediglich in einer schwierigen Situation aushelfen wollte. Al-Bakr hätte angegeben, seine Wohnung in Leipzig verloren zu haben, weshalb ihm Khalil A. seine Wohnung in Chemnitz zur Verfügung stellte.
Dschaber al-Bakr soll in einem Chemnitzer Wohngebiet einen Sprengstoffanschlag vorbereitet haben. Nachdem der terrorverdächtige zunächst flüchten konnte, wurde er schließlich in Leipzig festgenommen. Im Haftkrankenhaus der Justizvollzugsanstalt Leipzig nahm er sich schließlich das Leben. Daraufhin wurde auch Khalil A. in seiner Haftzelle stärker überwacht. Über Pleiten, Pech und Pannen des Falls bei Sächsischen Behörden und der Justiz entbrannte deutschlandweit eine hitzige Debatte. Der Freistaat hatte in Folge dessen unter anderem eine Expertenkommission ins Leben gerufen, um den Fall aufzuarbeiten.

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