Vogelgrippe – Sachsen verhängt Stallpflicht für Geflügel

Dresden – Nach dem ersten Fall von Vogelgrippe im Freistaat, hat die Landesdirektion Sachsen eine sofortige Aufstallung von Geflügel angeordnet. Bei der Einführung der sachsenweiten Stallpflicht berufen sich Landesdirektion und Gesundheitsministerium auf eine Risikobewertung des Friedrich-Löffler-Instituts (FLI18

Bei einer tot aufgefundenen Wildente am Cospudener See bei Leipzig wurde das Virus der Hochpathogenen Aviären Influenza H5 nachgewiesen. In Folge dessen wurde am Sonntag ein Sperrbezirk wurde eingerichtet. „Eine landesweite Stallpflicht in Sachsen ist angemessen. Wir wollen damit der Einschleppung oder Verschleppung der Geflügelpest in die heimischen Haus- und Nutzgeflügelbestände vorsorglich und konsequent entgegenwirken“, erklärt Gesundheitsministerin Barbara Klepsch.
Am 8. November 2016 wurden erstmals Viren der aktuell kursierenden Vogelgrippe bzw. Geflügelbest in Proben von verendeten Reiherenten am Plöner See in Schleswig-Holstein nachgewiesen. Über 100 tote Wasservögel, überwiegend Reiherenten, wurden an mehreren Seen rund um Plön gemeldet. Fast zeitgleich kam es zu einem auffälligen Wasservogelsterben am Bodensee in der Schweiz, in Österreich und Deutschland.
Mit der aktuellen Risikoeinschätzung bewertet das FLI für die Bundesrepublik Deutschland das Risiko für die Einschleppung und Verbreitung von HPAI-Virus in Hausgeflügelbestände durch Wildvögel (insbesondere bei Geflügelhaltungen in Nähe von Wasservogelrast- und Sammelplätzen) als hoch.