Vorreiterland Sachsen hamstert schon seit 2011

Sachsen – Die Bundesregierung hat zum ersten Mal seit Ende des Kalten Krieges das Konzept Zivile Verteidigung überarbeitet. Die darin enthaltene Aufforderung, sich für Notfälle Lebensmittelvorräte anzuschaffen, sorgt für reichlich Gesprächsstoff. Das rät der Freistaat Sachsen bereits seit 2011 und ist der Bundesregierung damit 5 Jahre zuvorgekommen.

Vorräte sind grundsätzlich sinnvoll, das Timing des Konzepts ist allerdings mittelmäßig. Dieser Auffassung sind offenbar viele Sachsen, wie DRESDEN FERNSEHEN-Moderator Jonathan Wosch in einer spontanen Umfrage in einem Supermarkt erfährt.

Für Katastrophen vorbereitet sein – das rät der Freistaat Sachsen bereits seit 2011. Mehrere Videos, mitsamt Flyer und Plakat-Kampagne, sind im Auftrag des Sächsischen Umweltministeriums seither im Umlauf. „Guter Rat ist Vorrat“ lautet der Titel der Kampagne. 2013 wurde in deren Rahmen ein Video-Clip unter anderem bei den Dresdner Filmnächten am Elbufer sowie den Filmnächten Chemnitz ausgestrahlt. Er sorgte bereits damals mit der Aufforderung, sich Vorräte anzuschaffen, für Schlagzeilen und Aufmerksamkeit.

© Dresden Fernsehen

Es geht vor allem um Lebensmittel des alltäglichen Bedarfs, die man für den Fall der Fälle vorhalten sollte, meint der stellvertretende Pressesprecher im Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft Jörg Förster. Die Bedrohungslage ist aktuell nicht akut, heißt es zudem aus dem Sächsischen Innenministerium. Lebensmittelvorräte sollte man sich in Sachsen vor allem deshalb zulegen, um im Fall plötzlicher Naturkatastrophen, wie Hochwasser oder schweren Unwettern,  die Zeit zu überbrücken, bis staatliche Hilfsmaßnahmen flächendeckend greifen.