Waldschlößchenbrücke muss nicht abgerissen werden

Dresden/ Leipzig – Die Leipziger Richter am Bundesverwaltungsgericht haben heute den Planfeststellungsbeschluss für die Dresdner Waldschlößchenbrücke für rechtswidrig erklärt. Die Landesdirektion muss nun nachbessern. In der Praxis ändert sich aber nichts: die Brücke kann weiter genutzt werden.

Die Dresdner Waldschlößchenbrücke bleibt stehen. Soviel ist sicher. Doch ihr Bau verstieß zumindest in Teilen gegen die Rechtslage. Das haben die Leipziger Richter vom Bundesverwaltungsgericht in ihrer Entscheidung am Freitag deutlich gemacht.

Die Verträglichkeit mit dem Fauna-Flora-Habitat und eine artenschutzrechtliche Prüfung wurde damals nicht durchgeführt. Und zwar deshalb, weil das Dresdner Elbtal damals noch nicht als Natura 2000 ausgezeichnet war.

Die Landesdirektion, als Beklagte, und die Stadt Dresden wollen diese Prüfung nun nachholen. Eine Frist dafür hat das Gericht nicht gesetzt.

Was die erneute Prüfung kosten wird, kann Uwe Dewald, Referatsleiter und Planfeststeller bei der Landesdirektion Sachsen noch nicht abschätzen. Er rechnet mit einem Betrag im sechsstelligen Bereich. Der Kläger, die Grüne Liga Sachsen, hatte bereits am Mittwoch einen Vorschlag des Richters für einen Vergleich ausgeschlagen.

Der ergänzende Planfeststellungsbeschluss, der jetzt erarbeitet werden muss, kann dann wieder vor Gericht angefochten werden. Ihrem Ruf als umstrittenstes Dresdner Bauprojekt macht die Waldschlößchenbrücke also weiter alle Ehre.