Waldschlößchenbrücke soll Kletterparadies werden

Dresden – Die Jungliberale Aktion Dresden (JuliA) fordert die Stadt Dresden auf, Voraussetzungen zum Brückenklettern an den Bögen der Waldschlösschenbrücke zu schaffen.

Es ist Sommerlochzeit in Dresden. Die nachrichtenarme Zeit ist vor allem durch die Sommerpause der politischen Institutionen und Sport-Ligen, ferner auch der kulturellen Einrichtungen bedingt. Das gibt vielen Vereinen, Parteien und Interessengemeinschaften, die normalerweise kaum platziert werden die Möglichkeit, ihre Forderungen und Themen ins Gespräch zu bringen. Wohlmöglich deshalb bringt die Jungliberale Aktion Dresden jetzt die Forderung auf den Tisch, das Klettern auf der Waldschlösschenbrücke zu erlauben.

In einem offenen Brief heißt es:

„Die Dresdner Jungliberalen fordern die Stadt Dresden auf, die Voraussetzungen zum Brückenklettern an den Bögen der Waldschlösschenbrücke zu schaffen.
‚Jedes Mal, wenn ich über die Brücke fahre, packt mich das Verlangen, diese Bögen emporzuklettern und eine wirklich schöne Aussicht zu genießen. In Sydney ist das zum Beispiel auch erlaubt, warum also nicht auch hier?‘, so Künzel, Vorsitzender der Dresdner Jungliberalen.
‚Nachdem wir die Brücke jetzt endgültig behalten dürfen, wäre eine Öffnung für Kletterer nicht zuletzt auch für Touristen ein neues Highlight. Die Brücke könnte noch weiter an Dresden heranwachsen. Auch der Skaterpark, der ja von einigen Architekten geplant ist, ist eine wirklich schöne Möglichkeit, verborgenes Potenzial auszuschöpfen.‘
Ganz ohne Anleitung sollte das Beklettern der Bögen nicht möglich sein – ein Industriekletterer müsste Pflicht für jeden sein, der die Aussicht genießen will. Zuerst könnten die Bögen für Journalisten/Fotografen, dann für die breite Masse geöffnet werden.“

Ein zweiter offener Brief richtet sich an den Leiter des Straßen- und Tiefbauamts Dresden Reinhard Koettnitz:

„Lieber Herr Koettnitz,
schmunzelnd und mit einem Augenzwinkern haben wir Ihre Sorgen um Leib und Leben von Mensch und Fledermaus zur Kenntnis genommen. Als gelerntem Ingenieur und Chef einer städtischen Baubehörde sind Ihnen die statischen Probleme um die Entwicklung der Landeshauptstadt bekannt: kein Fundament, dass nicht auf Sorgen gründet, keine tragende Argumentation, die nicht mit Zweifeln abgestützt wird und kein Richtfest ohne die Angst, dass Einem morgen wieder alles auf den Kopf stürzt.
Doch es ist schade, wenn der Chef der Dresdner Straßen nicht an Wege zur neuen Freizeitgestaltung glaubt. Stattdessen will man lieber nicht zu hoch hinaus, es seidenn bei der Aufschichtung angeblicher Hindernisse. Deren Überwindung erscheint dem liberalen Kletterfreund ungleich schwieriger als das fachlich gesicherte Bezwingen des Brückenbogens. Daher fordern wir auch weiterhin, die Waldschlösschenbrücke zum Klettervergnügen freizugeben. Getreu dem Motto ‚Dem Ingenieur ist nichts zu schwör‘ vertrauen wir darauf, dass die baulichen Maßnahmen zur Absicherung ohne größere Probleme durchführbar sind.
Wenn aber zwischen Johannstadt und Radeberger Vorstadt kein sportiver Brückenschlag zu machen ist, sollten die Dresdner wenigstens stromaufwärts ihr Blaues Wunder erleben dürfen: Die Aussichtstürme der Loschwitzer Brücke könnten für Besucher geöffnet werden und so den Blick ins Elbtal vom Königstein bis zum Radebeuler Spitzhaus bieten.
Um Ihre zukünftige Unterstützung hoffend, grüßt Sie herzlich
der Kreisvorstand der Jungliberalen Aktion Dresden“

Unterzeichner beider Briefe ist Sven Künzel, der Vorsitzende der Jungliberalen Aktion Dresden. Ob es sich bei der Forderung tatsächlich nur um ein Sommerlochthema handelt, wird sich wohl erst ab ungefähr Mitte/Ende August zeigen. Erfahrungsgemäß zeigt sich dann, ob derartige Forderungen aus der nachrichtenarmen Zeit nachhaltig diskutiert werden.