Weiterer Vogelgrippe-Fall in Sachsen – Sperrgebiet erweitert

Sachsen – Vor einer Woche wurde der erste Geflügelpestfall in Sachsen gemeldet. Seit der amtlichen Feststellung des H5N8-Virus, bei der in Markkleeberg bei Leipzig gefundenen Reiherente, unterliegen zahlreiche Ortsteile Leipzigs strikten Restriktionsmaßnahmen.

In ganz Sachsen gilt seit Montag die Stallpflicht für Geflügel jeglicher Art auf den Höfen der Züchter. Dabei müssen die Tiere eingezäunt und abgedeckt werden, um einen Kontakt zu Wildtieren zu verhindern. Bislang wurde noch kein Fall eines vom Virus befallenenen Tieres in sächsischen Geflügelbetrieben gemeldet. Bei Wildvögeln liegen sachsenweit bereits 3 gemeldete Vorfälle vor.

Der jüngste Fund eines befallenen Tieres ereignete sich wiederum im Leipziger Raum. Am Mittwoch wurde am Westufer des Cospudener Sees eine weitere infizierte Wildente aufgefunden.

Die Stadtverwaltung erweiterte daraufhin das Sperr- und Beobachtungsgebiet weiträumig. Hunde- und Katzenhalter sind dazu aufgerufen, sich an die bestehende Leinenpflicht zu halten und Haustiere insbesondere in Ufernähe nicht frei und unbeaufsichtigt herum laufen zu lassen. Die Tiere könnten infizierten Kot durch ihre Pfoten weitertragen, so das Veterinär und Lebensmittelaufsichtsamt.

Nicht nur die Stadtverwaltung Leipzig hat ihre Maßnahmen zur Eindämmung des Virus erweitert. Der Chemnitzer Zoo hat alle Volieren und Gehege, in denen Vögel untergebracht sind mit Planen abgedeckt. Einige Vögel, wie Papageien mussten in den Innenraum ziehen. Zudem wurde der Ententeich abgelassen, damit Wildenten kein Anreiz geboten wird, sich dort aufzuhalten.

Der Virus H5N8, umgangssprachlich Vogelgrippe genannt, gilt für den Menschen als ungefährlich. In Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Bayern und Baden-Württemberg wurden bereits Fälle des Virus bei Hausgeflügel nachgewiesen. Die Verbreitung des H5N8-Virus durch Zugvögel konnte 2014 zum Ersten Mal festgestellt werden.