Wie war der Sommer in Dresden?

Dresden – In diesem Sommer bestimmten zahlreiche Schauer und Gewitter das Wettergeschehen. Auch setzte sich kein ausgeprägtes Sommerhoch über Mitteleuropa fest. Längere Trockenphasen gab es nicht und der Zustrom feuchter Meeresluft hielt an.

Am 5. Juni ging ein heftiger Starkregen nieder: 25,9 Millimeter wurden innerhalb einer Stunde an der Station Dresden-Klotzsche gemessen. Das ist mehr als ein Drittel der gesamten Monatsregensumme. Mit 170 Prozent des sonst üblichen Niederschlags war der Juni deutlich zu nass. Im Juli lag die Niederschlagssumme 50 Prozent über dem Vergleichswert der Klimareferenzperiode 1961 bis 1990. Hier sorgten Stauniederschläge sowie ein Tief für enorm hohe Regensummen, beispielsweise am 13. und 14. Juli. Dieses Tief hatte vergleichbaren Eigenschaften wie das niederschlagsreiche Tiefdruckgebiet über Mitteleuropa im Vorfeld des Elbehochwassers im August 2002 (in Fachkreisen Vb-artig genannt). Damit hatte die Regenbilanz nach den ersten zwei Sommermonaten bereits 105 Prozent des sommerlichen Niederschlagssolls erreicht. Insgesamt gingen während der Sommermonate 47 Millimeter mehr Wasser nieder, also etwa 20 Prozent mehr im Vergleich zur Zeitspanne zwischen 1961 und 1990.

Umso erstaunlicher ist es, dass der Temperaturmittelwert der Sommermonate die Rangliste der zehn wärmsten Sommer seit 1961 lediglich um einen Platz verfehlte. Mit 35 Sommertagen (Maximaltemperatur größer/gleich 25° Celsius) wurde der Vergleichswert um einen Tag überboten. Heiße Tage traten vereinzelt auf, waren aber seltener als in den Vorjahren. Am wärmsten war es im Juni. Hier lag die Monatsmitteltemperatur 1,8 Grad über dem Klimareferenzwert. Der Juli war 1,5 Grad wärmer und im August lag die Abweichung bei plus 0,7 Grad über dem Vergleichswert. Damit fiel der Sommer insgesamt 1,3 Grad zu warm aus.

Warum stellte sich dennoch kein richtiges Sommergefühl ein? „Dies mag an der unbeständigen Witterung gelegen haben und dem deutlich zu nassen Sommerstart“, vermutet Franziska Reinfried, Meteorologin beim Dresdner Umweltamt. „Es gab während der drei Monate keine langanhaltende Schönwetter- oder gar Hitzeperiode. Tropennächte wurden bis dato keine für dieses Jahr gezählt. Die stetig kühlen Nächte sorgten zudem für angenehme Abkühlung von warmen Tagen. So kamen uns die Temperaturen wenig belastend vor. Seit 2006 liegen die Temperaturdurchschnittswerte vermehrt über dem Klimareferenzwert von 1961 bis 1990 (siehe Abb. 2). Möglicherweise haben wir uns inzwischen an brütend-heiße Sommer gewöhnt und erwarten diese nun auch“, ergänzt sie.

Was den Monaten Juni, Juli und den ersten Augustwochen an Beständigkeit fehlte, versuchte Hoch Gerd in den letzten Augusttagen geradezubiegen. Die herangeführte Subtropikluft brachte für mehrere Tage hohe Temperaturen. Laut statistischen Auswertungen des Deutschen Wetterdienstes sind Hitzewellen derartiger Ausprägung ab der letzten Augustdekade eine absolute Ausnahme und wurden in vergleichbarer Art zuletzt im Jahr 1944 gemessen.

So verabschiedete sich auch der Sommer 2016 wieder etwas außergewöhnlich. Der Herbst kommt mit ungewöhnlichem Hochsommerwetter. Eine ausgeprägte Hochdruckzone bestimmt die gesamte erste Septemberhälfte und sorgt für den Zustrom subtropischer Luftmassen aus Nordafrika. Die Anzahl der Sommertage für einen September sind auf Rekordkurs. Bis zum 15. September wurden bereits zwölf Sommertage gezählt. Möglicherweise wird im September der Rekord von 1982 mit insgesamt 15 Sommertagen noch gebrochen.

Quelle: Stadt Dresden