100 Jahre Frauenwahlrecht – heute noch ein Thema?

Dresden - Dieses Jubiläum war der Anlass, im Sächsischen Landtag über Gleichberechtigung zu debattieren, nicht zuletzt auch über die Rolle der Frau in den eigenen Reihen.

Das Frauenwahlrecht existiert nun seit bereits über 100 Jahren. Offiziell sind Frauen und Männer heute gleichberechtigt, das steht so auch in der sächsischen Verfassung. Doch klappt das auch in der Praxis? Ein Thema heute im Landtag. Immer noch fehle es an einem Gleichstellungsgesetz, Frauen seien in der Politik und in den Führungsetagen deutlich unterrepräsentiert, so die Gleichstellungsministerin Petra Köpping (SPD).

In einer lebendigen Demokratie bedarf es der möglichst umfassenden Partizipation von Frauen und Männern in politischen und sozialen Belangen. Gemessen am Anteil der Bevölkerung sind Frauen derzeit vor allem in politischen Gremien unterrepräsentiert. Die Partizipation von Frauen in politischen Gremien, Ämtern und Mandaten soll von daher nun gestärkt werden.

Ein Parité-Gesetz ist die Begrifflichkeit dafür, mehr Frauen in der Politik zu etablieren. Doch diese Diskussion ist nicht neu. Bereits Ende der 1990er Jahre wurde in Frankreich eine Politik eingeleitet, mittels derer die politische Repräsentation der Frauen gezielt befördert werden sollte. Dieses Gesetz setzt im Grundsatz eine Quote von 50 % Personen eines jeden Geschlechts für die von den Parteien vorgeschlagenen Kandidaturen fest. Besonders in den Medien werden immer wieder intensive öffentliche Debatten geführt, an der sich Frauenrechtlerinnen, Personen aus dem politischen Leben, Wissenschaftler, Schriftsteller und Journalisten beteiligten.

Quelle: journals.openedition