100 Jahre Tabakmoschee Yenidze

  Ein Dresdner Wahrzeichen hat Geburtstag- die Tabakmoschee Yenidze wird 100 Jahre alt. Als das Gebäude 1909 eingeweiht wurde, war es nicht unumstritten. Heute ist die Yenidze nicht mehr wegzudenken aus dem Stadtbild. Und viele Besucher lassen sich dort in den Zauber des Orients entführen.

  Unter der Kuppel der Yenidze laufen die Vorbereitungen für die Jubiläumsausstellung. Die Kunsthistorikerin Margitta Hensel und 1001-Märchen-Geschäftsführer Rainer Petrovsky würdigen so die 100-jährige Geschichte des Bauwerks. Ein faszinierender Ort mit einer bewegten Historie. 

  1906 legte Bauherr und Zigarettenhersteller Hugo Zietz den Grundstein für seine Tabakfabrik. Im Stil einer Moschee sollte sie aus dem Stadtbild herausragen. Damit kam er der damaligen Vorschrift nach, im Zentrum kein Fabrikgebäude zu errichten, das als solches erkennbar war. Und hatte außerdem einen genialen Werbeeffekt. Als Architekt verpflichtete er den Dresdner Martin Hammitzsch. 

  Benannt ist die Yendize nach dem für Hugo Zietz wichtigsten Anbaugebiet, einem Ort in Nordgriechenland. Am 11. Januar 1909 lief die Produktion an. 1700 Mitarbeiter produzierten hier „Salem“ und andere Marken. 

  Die Yenidze war Dresdens erster Stahlbetonbau. In den Minaretten versteckten sich die Entlüftungsschächte. In den Fliesen an der Fassade verbinden sich Jugendstil und maurische Elemente.
 
Im Zweiten Weltkrieg wurde auch die Tabakmoschee Opfer der Bomben. Ein Drittel des Gebäudes wurde zerstört, nach dem Krieg aber provisorisch wieder hergerichtet. 

  Zu DDR-Zeiten war die Yenidze dann Tabakkontor. Bis in die 60er Jahre war die Kuppel noch kriegsbeschädigt und nur mit einem Notdach verschlossen.

Nach der Wende folgte der Verkauf durch die Treuhand und der Umbau zum heutigen Geschäfts- und Bürohaus. Damals fiel das Gebäude auch Rainer Petrovsky ins Auge. 

  Seitdem entführt das einzige ganzjährige Märchentheater Deutschlands allabendlich ins Reich der Legenden und Mythen- nicht nur der orientalischen. Es gehört neben dem Kuppelrestaurant und Büros zu den Mietern. Vor zwei Jahren wurde der Komplex an ein israelisches Konsortium verkauft. Vom Umbau zu einem Hotel war die Rede- doch ob das angesichts der vielen Hotelneubauten Aussicht auf Erfolg hat, ist fraglich. 

  Die Ausstellung zum 100-jährigen Jubiläum der Yenidze ist ab kommende Woche immer Dienstag und Donnerstag jeweils von 17 bis 18 Uhr geöffnet sowie nach Vereinbarung.

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Mehr dazu erfahren Sie in der Drehscheibe Dresden, stündlich ab 18 Uhr auf DRESDEN FERNSEHEN.