117 negative Tuberkulose-Ergebnisse – Besorgte können sich testen lassen

Dresden - Weitere 117 Befunde der HOGA-Schulen liegen nun vor. Erfreulicherweise wurden keine weiteren positiven TBC-Ergebnisse gemeldet. Bis Donnerstag werden alle Schüler untersucht.

Diese großflächige Aktion bedeutet für das Dresdner Gesundheitsamt eine enorme personelle und organisatorische Leistung. Ab Dienstag, 12. Dezember 2017, sind insgesamt fünf Untersuchungsteams in den Schulen im Einsatz, um die Zahl der pro Tag getesteten Klassen zu erhöhen und so schneller zu den Befunden zu gelangen. Die über 13 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden dabei auch durch externe Ärzte und Krankenschwestern unterstützt. „Nehmen wir pro Tag mehr Blutproben ab, benötigen wir natürlich auch die entsprechenden Laborkapazitäten. Ich freue mich sehr, dass wir zwei weitere Labore mit einer zusätzlichen Kapazität von über 100 Proben pro Tag gewinnen konnten“, drückt Heimann seine Dankbarkeit aus. Auf diese Weise können dann insgesamt über 200 Proben pro Tag ausgewertet werden, um der Bevölkerung schnellstmögliche Sicherheit geben zu können.

Das aktuelle Tuberkulose-Geschehen in den HOGA-Schulen trifft auf eine breite öffentliche Aufmerksamkeit. Viele Anfragen erreichen täglich das Gesundheitsamt. Häufig wird die Frage gestellt, inwieweit eine Ansteckungsgefahr besteht. Die wissenschaftliche Erkenntnislage geht davon aus, dass für eine Ansteckung an Tuberkulose in der Regel ein langer, intensiver und enger Kontakt erforderlich ist. Selbst wenn ein Kontakt zu einer an offener Tuberkulose erkrankten Person bestanden hat, gehört sie nicht zu den hoch ansteckenden Infektionserkrankungen und ist heilbar. Auch das eigene Immunsystem spielt eine wichtige Rolle.

Selbst in engen Räumen, wie beispielsweise Bussen und Bahnen, ist die Wahrscheinlichkeit an Tuberkulose zu erkranken, sehr gering. Das Bakterium kann nur mittels Tröpfcheninfektion über die Luft übertragen werden und nicht durch einen Kontakt mit Handläufen, Halteschlaufen oder Stoffbezügen. Beispielsweise besteht im Vergleich zur Tuberkulose bzgl. einer Ansteckung mit dem Influenza-Virus ein weitaus höheres Risiko. An Tuberkulose erkranken in Dresden im Jahr circa 40 Personen, von denen es innerhalb von drei Jahren statistisch einen Todesfall gibt. Demgegenüber stehen weit über 1 000 Erkrankungsfälle an Influenza in der Grippesaison 2016/17, deren Krankheitsverlauf nicht in allen Fällen glimpflich abläuft.

Weitergehende Informationen zum aktuellen Tuberkulosegeschehen (Zahlen und Fakten) und allgemeine Fragen werden auf der Seite www.dresden.de/tbc beantwortet.

Besorgte können sich privat testen lassen

Um Schülern und deren Angehörigen möglichst schnell eine Antwort auf die Frage zu geben, ob sie mit dem Tuberkelbazillus in Kontakt gekommen sind, bat das Gesundheitsamt der Stadt Dresden am Freitag das "MVZ Dresden Labor Möbius, Quasdorf" um aktive Mithilfe bei den laufenden Untersuchungen. Da der Probenansatz teilweise manuell erfolgt, würden sich die Untersuchungen andernfalls bis kurz vor Weihnachten hinziehen.

Das MVZ-Labor übernimmt routinemäßig die Laboruntersuchungen für das auf Lungenerkrankungen spezialisierte Fachkrankenhaus Coswig und nutzt bei den Untersuchungen auf Tuberkulose dieselben Testmethoden wie die Landesuntersuchungsanstalt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Labors haben nach der Anfrage spontan ihre Dienstpläne für die nächste Woche angepasst und sich auf verlängerte Arbeitszeiten in der Vorweihnachtszeit eingestellt. "Aufgrund der saisonal bedingten Zunahme der Untersuchungszahlen auf Influenza und Noroviren war die Expertise unserer Mikrobiologen und Medizinisch-Technischen Angestellten in den letzten Wochen bereits sehr gefragt. Glücklicherweise können wir unsere Kapazitäten in solchen Fällen gut bündeln", erläutert Dr. Ralf Knels, Geschäftsleiter des Labors.

Verunsicherten Angehörigen oder anderen Personen, die mit HOGA-Schülern in Kontakt gekommen sind und nicht im Rahmen des Screeningprogramms untersucht werden, bietet das Labor nach telefonischer Terminvereinbarung unter 0351 470490 an, die Untersuchungen direkt im Labor auf der Köhlerstraße 14 gegenüber der Kfz-Zulassungsstelle in Dresden-Nickern durchzuführen. Die Kosten in Höhe von 35 Euro pro Test müssen von den Betroffenen selbst getragen werden.

Zum Jahreswechsel ändert sich der Name des MVZ Labor Möbius, Quasdorf aufgrund des Renteneintritts der Namensgeber und Gründer in "MVZ Labor Limbach Dresden".

In begründeten Verdachtsfällen, beispielsweise bei hartnäckigem Husten oder blutigem Auswurf nach dem Kontakt mit erkrankten Personen, rät das Labor, unbedingt den Hausarzt oder einen Pneumologen aufzusuchen, um neben einer Labordiagnostik auch weitere Untersuchungen zu veranlassen.

Weitere Informationen: www.labordresden.de