13. Februar: Dresden hatte nazifrei

Dresden hat der Zerstörung der Stadt im zweiten Weltkrieg gedacht und das erstmals seit vielen Jahren ohne Naziaufmarsch. 11.000 Menschen setzten in einer Kette um die Innenstadt ein starkes Zeichen gegen Rechtsextremismus.+++

Der 13. Februar, der Jahrestag der Bombardierung Dresdens im zweiten Weltkrieg hat dieses Jahr wieder den Dresdnern gehört. Störungen von rechts bleiben zum Glück die Ausnahme. Eine Kundgebung aus dem rechten Spektrum hatte der Anmelder einen Tag vorher abgesagt. Trotzdem gingen in diesem Jahr sogar noch mehr Menschen in Dresden auf die Straße, um rechten Gedankengut die Stirn zu bieten, aber auch um still der Opfer des Krieges und der Bombardierung zu gedenken.

Den ganzen Tag über gab es Veranstaltungen in Dresden, die sich mit der Geschichte auseinandersetzten. Erstmals beteiligten sich Dresdner Schüler mit dem Schülergipfel im Kulturrathaus. Organisiert hatte die Workshops mit Zeitzeugengesprächen der Stadtschülerrat.

Interview im Video mit Sebastian Wegner, Stadtschülerrat

Erinnern an den Terror des NS-Regimes in Dresden wollte das Bündnis Dresden nazifrei mit seinem Mahngang Täterspuren. An der Demonstration vom Gewerkschaftshaus am Schützenplatz durch die Dresdner Innenstadt beteiligten sich weit mehr als 3000 Menschen, darunter einige bekannte Gesichter.

Interview im Video mit Sebastian Krumbiegel, Sänger der Prinzen
Interview im Video mit Lothar König, Jenaer Stadtjugendpfarrer

Die traditionelle Feierstunde der Stadt auf dem Heidefriedhof wurde überschattet von Rechtsextremen. Die Veranstaltung wurde in den vergangenen Jahren vorsichtig verändert, statt Kränzen werden nur noch weiße Rosen als Zeichen des Gedenkens niedergelegt. Seitdem hatten sich auch die rechten Kräfte zurückgezogen. Doch nun sind sie mit Kränzen zurück und verbreiteten bei vielen Gästen ein ungutes Gefühl.

Umfrage im Video

Sowohl auf dem Heidefriedhof als auch später bei der Menschenkette fand Oberbürgermeisterin Helma Orosz deutliche Worte gegen braunes Gedankengut.

Interview im Video mit Helma Orosz (CDU), Oberbürgermeisterin

Bei der Menschenkette, zu der die Oberbürgermeisterin einlädt, reichten sich in diesem Jahr rund 11.000 Teilnehmer die Hände. Zum Zusammenschluss an der Synagoge kamen auch Ministerpräsident Stanislaw Tillich und Marwa-El-Sherbini- Stipendiatin Hiba Omari. 

Umfrage im Video

Bis in den späten Abend hinein kamen Menschen bei Gottesdiensten, Konzerten und weiteren Gedenkveranstaltungen zusammen. Auf dem Neumarkt wurden bei der Nacht der Stille Kerzen entzündetet. 21:45 Uhr, zum Zeitpunkt des ersten Luftangriffs, läuteten hier die Glocken der wiedererbauten Frauenkirche.