Tausende bei Demos in Dresden – Polizei zieht Bilanz

Dresden - Tausende Menschen sind am 21. Oktober dem Aufruf mehrerer Initiativen gefolgt, um in Dresden gegen Rassismus und Ausländerfeindlichkeit zu protestieren. Anlass war der 4. Jahrestag von Pegida.

 

Polizeipräsident Horst Kretzschmar (58) zog am Abend ein positives Resümee: „Etwa 15.000 Menschen demonstrierten heute friedlich in Dresden. Die Polizei hat das Recht auf Versammlungsfreiheit sowie den Schutz der Pressefreiheit gewährleistet. Der Kräfteeinsatz war gut gewählt. Dahingehend haben sich unsere Prognosen erneut bestätigt.“

Der Fokus des Versammlungsgeschehens lag in der Dresdner Innenstadt. Eine Kundgebung des Pegida Fördervereins e.V. fand auf dem Neumarkt statt. Mehrere Aufzüge und Kundgebungen standen dieser gegenüber. Sie hatten die Mottos „Herz statt Hetze – auch auf dem Neumarkt“, „Pegida von der Straße tanzen. Gemeinsam gegen Rassismus und Sozialabbau“, „Für ein solidarisches Dresden – ohne Rassismus“, „Für ein solidarisches und weltoffenes Dresden“ sowie „Ort des Friedens, nicht des Hasses. Für mehr Leipzig in Dresden“. 

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Polizei Dresden: Alle Versammlungen verliefen friedlich und störungsfrei.

Dennoch mussten zehn Strafverfahren eingeleitet werden, das Groß davon nach dem Ende des Versammlungsgeschehens. Fünf davon waren Körperverletzungsdelikte. Hinzu kamen zwei Sachbeschädigungen sowie jeweils eine Beleidigung sowie ein versuchter Raub. Weiterhin wird der Beitrag eines Redners auf der Versammlung des Pegida Fördervereins e.V. auf strafrechtliche Relevanz geprüft.
Im Zusammenhang mit dem Versammlungsgeschehen waren rund 560 sächsische Polizeibeamte im Einsatz. Gleichzeitig sicherten 55 Polizeibeamte den Dresden-Marathon im Stadtzentrum ab, meldet die Polizei Dresden.

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Die Organisatoren von Herz statt Hetze werten die Veranstaltungen als großen Erfolg:

 "Wir haben es geschafft, gemeinsam viele tausend Menschen auf die Straße zu bringen. Wir haben gezeigt, dass man trotz unterschiedlicher politischer Auffassungen mit einem gemeinsamen Ziel den rechten Umtrieben von Pegida & Co. die deutliche Grenzen aufzeigen kann. Unser Ansatz, möglichst viele gesellschaftliche Gruppen ganz unterschiedlicher kultureller und politischer Spektren zusammenzuführen, hat funktioniert. Das macht Mut für die Zukunft. Es hat gezeigt, dass die demokratische, zivilisierte Gesellschaft in der Lage ist, ihren Standpunkt deutlich zu zeigen.

Die Geschlossenheit und Stärke des heutigen Tages kann ein Aufbruch, ein Anfang für ein Umdenken sein. Widerspruch gegen Rassismus und Menschenfeindlichkeit ist jeden Tag notwendig. Nicht nur auf der Straße, sondern in allen Lebensbereichen und in der gesamten Breite der Gesellschaft. Ein Tag wie heute lässt hoffen, dass unserer demokratischen Gesellschaft gelingen kann.

Wir danken allen Menschen die sich an den beiden Demonstrationszügen zum Pirnaischen Platz, am Protest in Sicht- und Hörweite, am Friedensgebet in der Frauenkirche und der anschließenden beeindruckenden Demonstration zum Postplatz beteiligt haben. Es war ein eindrucksvolles Bild. Nach unseren Schätzungen gehen wir davon aus, dass für die Veranstaltungen von Herz statt Hetze am heutigen Tag ca. 13.000 Menschen mobilisiert werden konnten. Wir danken außerdem den Menschen, die zum kulturellen und politischen Rahmen beigetragen haben - auf den Demos, aber auch und gerade auf dem Postplatz zur Abschlusskundgebung. Und wir danken den Verantwortungsträgern aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft, dass sie mit ihrer Teilnahme die Unterstützung für unser Anliegen zeigten. Wir hoffen, dass die Eindrücke des heutigen Tages einen positiven Einfluss auf ihr zukünftige Handeln haben."

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