15 neue Stolpersteine in Leipzig

Am Freitag verlegt der Kölner Künstler Gunter Deming 15 neue Stolpersteine vor der letzten selbstgewählten Wohnstätte von Leipziger Mitbürgern, die der mörderischen Maschine der Nazis zum Opfer fielen. +++

Neben den tragischen Schicksalen von jüdischen Mitbürgern, die , wird bei der kommenden Verlegung auch Margarete Bothe gedacht, Promovendin der Universität Leipzig, die zum Ende des 2. Weltkriegs wegen Abhörens ausländischer Sender verhaftet und noch kurz vor Kriegsende hingerichtet wurde. Die Patenschaft übernimmt ihr Neffe Wulff Bothe.

Mit gleich 7 Gedenksteinen wird um 10.00 Uhr in der Funkenburgstraße 23 der jüdischen Familie Rodoff gedacht. Chaim und Rosa Rodoff erhielten 1940 nur drei Visa für die zehn-köpfige Familie und mussten die schwere Entscheidung treffen, wer von den Kindern in die USA ausreisen durfte. Die Zurückgebliebenen wurden alle nur wenige Monate später deportiert und ermordet. Die Patenschaft für die Verlegung dieser Stolpersteine übernimmt der Erich-Zeigner-Verein Leipzig.

Die Zeit des Nationalsozialismus zerriss auch die jüdische Familie Danziger. Während die Söhne Walter und Egon die Flucht noch in den 1930ern gelang und Vater Robert 1940 eines natürlichen Todes starb, wurden Mutter Emma und Tochter Johanna 1941 nach Riga deportiert. Ihrer wird um 10.30 Uhr in der Tschaikowskistraße 2 gedacht.
 
Weitere Stolpersteine für jüdische Mitbürger werden um 11.00 Uhr in der Alexanderstraße 43 für die Sängerin Henriette Gitta Berkowitz verlegt, um 11.30 Uhr in der Käthe-Kollwitz-Straße 109 für den Handelsmann Georg Jacob Lilienthal, um 13.00 Uhr in der Wächterstraße 15 für den Bankier Jacob Sieskind, um 13.30 Uhr in der Bauhofstraße für Diana Isaaksohn und um 14.00 Uhr in der Brandvorwerkstraße 80 für den Unternehmer Berthold Levy.