17 Fledermausarten sind in Chemnitz heimisch

Fledermäuse – für manche Menschen nach wie vor ein etwas unheimlich wirkendes Tier – sind ein wichtiger Bestandteil der heimischen Tierwelt:

Als einzige aktiv fliegende Säugetiere strahlen diese nützlichen Insektenvertilger von ihrer Erscheinung und Lebensweise eine gewisse Faszination aus, mussten aber leider aufgrund ihrer starken Gefährdung unter strengen gesetzlichen Schutz gestellt werden. Das Problem: Den heimischen Fledermäusen gehen in großem Umfang die Schlafplätze, d.h. also die Quartiere verloren. Grund genug für das Umweltamt der Stadt, die aufmerksamen und naturverbundenen Bürgerinnen und Bürger um Mithilfe bei der Suche nach „Wohnraum“ für die besonderen Tiere zu bitten. Denn: Unheimlich sind die kleinen Fledertiere – das kleinste mit fünf Gramm, das größte mit doch schon 40 Gramm Lebendgewicht – nicht, wohl aber sehr heimlich in ihrer Lebensweise. Noch nicht einmal hören kann sie der Mensch, da sie sich mit Ultraschalllauten jenseits unseres Hörvermögens orientieren.

Genau diese Heimlichkeit aber macht ihren Schutz auch so kompliziert: Freut sich der Mensch über den Abriss einer Bauruine und/oder die Sanierung von Bauwerken, so gehen damit oftmals für die Fledertiere wertvolle Quartiere verloren – ohne dass der Mensch etwas davon bemerkt. Sind aber solche Fledermaus-Quartiere zuvor bekannt, können oftmals Ersatzquartiere angebracht werden wie spezielle Steine oder Kästen oder vorhandenen Quartiere können gezielt erhalten werden. Hinweise zu Fledermaus-Quartieren sind also eine ganz konkrete Hilfe für den Erhalt dieser Tiere und tragen maßgeblich zum Erhalt der Artenvielfalt bei – nicht nur im Jahr der Biodiversität ein wichtiges Thema. .

Kontakt: Das Umweltamt der Stadt bittet die Bürgerinnen und Bürger deshalb um Unterstützung: Sollten Fledermäuse gesichtet und/oder tote Tiere gefunden werden, Kotspuren entdeckt oder sonstige Hinweise auf die Anwesenheit dieser Nützlinge gemacht werden, dann sollten Sie bitte Naturschutzhelfer Marko Eigner kontaktieren – auch wenn Sie sich unsicher sind oder Fragen zum Thema Fledermäuse haben, ist er Ansprechpartner unter Ruf 0160 / 915 37 285 sowie per E-Mail m-eigner@freenet.de

Hintergrund: Im Winter beziehen die pelzigen Flattertiere meist alte Keller oder Bergwerke wie zum Beispiel die Felsendome, in denen sie ihren Winterschlaf verbringen. Die Sommerquartiere dagegen sind in vielen Fällen sehr menschenbezogen: Auf Dachböden, hinter Holzverkleidungen oder Fensterläden, aber auch in sonstigen Spalten in und an Häusern verbringen die Fledermäuse ihre Tage. Erst in der Dämmerung machen sie sich auf die Jagd. Je nach Art – in Deutschland gibt es 25 Fledermaus-Arten, 17 davon auch in Chemnitz – stehen Nachtfalter, Spinnen, Fliegen, Mücken und Käfer auf dem Speisezettel der Fledermäuse.
Ihre nächtliche Lebensweise allerdings sorgt dafür, dass Menschen oftmals von der Existenz dieser Tiere gar nichts wissen. Nur wenn man ausfliegende Fledermäuse beobachten oder aber das seltsame Gekrümel am Boden als Fledermauskot identifizieren kann, lässt sich auf einen Hangplatz – Fledermäuse verschlafen den Tag kopfüber hängend – oder gar eine Wochenstube schließen. Als Wochenstube bezeichnet man den Zusammenschluss mehrerer Weibchen, die ihre Jungen – je nach Art eins oder zwei im Jahr – in dieser Gruppe gemeinsam aufziehen.