1937 beschlagnahmtes Gemälde von Erich Heckel für die Galerie Neue Meister erworben

Erstmals konnte eines der rund fünfzig, durch die Nationalsozialisten 1937 in der Gemäldegalerie als „entartet“ beschlagnahmten Gemälde für die Galerie Neue Meister in Dresden wieder erworben werden. +++

Das Gemälde des Mitbegründers der berühmten Dresdner Künstlergruppe „Brücke“, das Elemente der Formensprache des Kubismus und des Expressionismus verarbeitet, zeigt Soldaten eines Sanitätszuges 1916 beim Bade in Ostende/Westflandern.

1920 wurde es mit Unterstützung des Vereins der Dresdner Galeriefreunde für die Gemäldegalerie gekauft, um deren Bestand an Gegenwartskunst, im Semperbau am Zwinger ausgestellt, zu erweitern und zu reformieren. Der Beschlagnahmung und dem Abtransport aus Dresden folgte 1940 – von den Nationalsozialisten als „Verwertung“ bezeichnet – der Verkauf in private Hand.

Bereits 1987 bis 1989 bemühten sich die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, seinerzeit noch erfolglos, um einen Ankauf des Gemäldes aus westdeutschem Privatbesitz.

Die Erwerbung wurde nun möglich durch die Unterstützung des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst. Sie schließt eine für Dresden noch immer empfindlich spürbare Lücke, die die Aussonderung „entarteter“ Kunst im Bestand der Galerie verursacht hat. Zum Bestand der Galerie konnte bislang kein Hauptwerk von Erich Heckel gezählt werden.

Prof. Dr. Ulrich Bischoff, Direktor der Galerie Neue Meister, erklärt dazu: „Es ist eine ganz besondere Bereicherung, nach nunmehr rund einem Dreivierteljahrhundert erstmals wieder ein Bild in Empfang nehmen zu dürfen, das einstmals unter so schmählichen Umständen das Museum verlassen musste.“

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