2.000 Menschen demonstrieren für Seenotrettung

Dresden - Mehr als 2.000 Menschen demonstrierten am Sonntag für eine Entkriminalisierung der Seenotrettung. Laut der Initative "Seebrücke Dresden" sollen die Rettungsaktionen sofort wieder aufgenommen werden dürfen. Zugleich forderten die Demonstranten die Politik auf, langfristig sichere und legale Fluchtwege zu schaffen.

"Stell dir vor, du ertrinkst, und niemand darf dir helfen.". So lautete eine Parole der rund 2.000 Seenotrettungs-Befürworter die durch Dresden zogen. Gemeinsam unterstrichen die Demonstranten ihre Forderung nach offenen Häfen und einer gesamteuropäischen Lösung. Am Rande der Demonstration wurden rund 3.200 Euro an Spenden gesammelt. Mit dem Geld will der Verein "Mission Lifeline" ein neues Rettungsschiff finanzieren. Seit Juni wird die Lifeline nach einer Rettungsaktion in Malta festgehalten. Laut Organisation wird dafür rund eine viertel Million Euro benötigt.

© Mission Lifeline e.V.
© Seebrücke Dresden

Laut den Organisatoren solle die Seenotrettung wieder unverzüglich aufgenommen werden. Dafür sei es jedoch notwendig, dass europäische Häfen verpflichtet werden, Schiffe mit Geretteten an Bord anlegen zu lassen. In der europäischen Union wird aktuell über die Dublin-IV-Verordnung diskutiert. Der Entwurf sieht vor, Flüchtlinge prozentual innerhalb Europas zu verteilen. Im Eilverfahren soll dabei geprüft werden, ob die Flüchtlinge überhaupt eine Chance haben, anerkannt zu werden. Sollte dies der Fall sein, dürfen die Flüchtlinge zwischen den drei Staaten mit dem - gemessen an der Einwohnerzahl - geringstem Flüchtlingsanteil wählen dürfen.