20 Jahre Deutsche-Einheit

Schon vergessen, dass die Frauen und Männer, die sich in der ehemaligen DDR gegen das SED – Regime und für Freiheit und Demokratie einsetzten, ihrem Gewissen folgten und dafür schwer bestraft wurden. Durch Inhaftierung, durch Folter und in den frühen Zeiten häufig auch durch Ermordung.

Die Geschichte lehrt uns, dass manchmal nur wenige ihrem Gewissen folgen.

Die Geschichte lehrt uns auch, dass es diese wenigen sind, die einer unterdrückten Gesellschaft Hoffnung geben. Eines der wichtigsten Signale, das die Demokratie geben muss, nämlich dass sie zwischen denjenigen zu unterscheiden versteht die antidemokratische Zustände installieren fertigen und sichern, und denjenigen, die sich aus einer inneren Kraft heraus dagegen auflehen.

Viele Stasi-Opfer sind verstorben mit dem Wissen das die Demokratie der Bundesrepublik Deutschland nicht in der Lage ist die Vorkämpfer der Einheit so zu würdigen, wie wir das alle auch verdienen.

Das der demokratische Staat BRD nach der Einheit, den Opfer von Terror und Unterdrückung in der Pflicht ist. Mit diesem Gefühl der verpflichtung verbindet, man auch die Anerkennung und Würdigung des Eintretens für freiheitliche Grundwerte, ungeachtet damit verbundener persönlicher Nachteile.

Es geht nicht nur um das Finanzielle, sondern auch um die Würdigung durch die Gesellschaft.

Nach nur 20 Jahren, empfinde ich es als schockierend, wenn Untersuchungen ergeben, dass Schüler in West, – vor allem aber in Ostdeutschland kaum noch etwas über den totalitären Charakter des untergegangenen SED – Staat DDR wissen.

Diese Generation bezieht ihr „Wissen“ über diesen SED-Staat DDR, heute eher aus Ostalgie – Shows im Fernsehen – als aus wissenschaftlichen Quellen Erlebnisberichten derer, derer Freiheit und Lebenschancen an Mauer und Stacheldraht zerbrochen sind.

Als geradezu infam empfinde ich es als Stasiopfer, bei versuche – die DDR –
Vergangen zu beschönigen, und mitunter nicht einmal davor zurückschreckt, Opfer des SED-Regimes zu diffamieren oder zu diskreditieren.

Frei nach dem Motto. „Du hasst ja überlebt, dann war es nicht so schlimm.“
Symptomatisch jener bekannte Ausspruch. „Was damals in der DDR Recht war, kann heute doch nicht Unrecht sein.“

Versuche der Geschichtsklitterung nicht den Bemühungen um einen objektiven Blick auf die Vergangenheit zu korrigieren. Kein Wort mehr von Mauertoten oder von Bespitzelung, Verleumdung,
Berufsverbot, Rechtsbeugung, Enteignung, Verfolgung Andersdenkende, dazu der Staatliche Menschenhandel, im Auftrag der SED-Staatsführung, um die Geldgier an Devisen zu befriedigen ( Häftlings – Freikauf ) wer denkt noch u.a.
an die Justizministerin der ehemaligen DDR, SED-Genossin Hilde Benjamin wurde auch die Rote Guillotine, oder Blutige Hilde genannt ihre überharten von politischem Fanatismus geprägten Urteile.

Die Gefühle der Menschen, die unter der SED, Stasi, Justiz der ehemaligen DDR zu leiden hatten, verlangen auch nach 20 Jahren, eine sorgfältige und
Nachdrückliche Aufarbeitung des Unrechts durch eine geläuterte Rechtspflege.

Und es würde einer neuen besseren Rechtskultur dienlich sein. Einer Kultur,die nicht das“ Jetzt muss mal Schluss sein“und“ wir können doch nicht ewig diesen alten Sachen nachlaufen“und“ das interessiert doch heute keinen mehr“
zum Massstab aller Werturteile macht, sondern kritische, objektive, nüchterne
Aufarbeitung von Entwicklungen, die zum Unrecht geführt haben und Ereignisse, die Unrecht beinhaltet haben.

Die Hoffnung, bei Verbrechen gegen die Menschlichkeit straffrei davon
zukommen, muss in diesem Land zu allen Zeiten trügen.

Wir alle müssen gegen das Vergessen ankämpfen.
Goethe sagte einmal: Wenn das Intresse schwindet, schwindet auch die
Erinnerung.

Ich habe die höchste Auszeichnung, die man in der ehemaligen DDR erringen konnte nach Jahren Zuchthaus in Cottbus, Bautzen bekommen.
Die Entlassungsurkunde aus der Staatsbürgerschaft dieses SED-Staat DDR.