200. Bestehen des Dresdner Trinitatisfriedhofes

Mit Konzerten, Ausstellungen, Vorträgen, Gesprächen und Begegnungen wird am Sonntag, dem 3. Mai das 200-jährige Bestehen des Trinitatisfriedhofes begangen. Zudem kann der Turm der Trinitatiskirche bestiegen werden. +++

Zum 200. Bestehen des Dresdner Trinitatisfriedhofs, Fiedlerstraße 1, lädt die Friedhofsverwaltung die Dresdnerinnen und Dresdner ein zu Ausstellungen, Vorträgen, einem Konzert, Gespräch und Begegnung. Zu sehen sind alte Bestatterfahrzeuge wie eine Kutsche oder ein Barkas.

Der Stolpener Kunstschmied Detlef Wächtler präsentiert sein Gewerk ebenso wie Bildhauer Elmar Vogel. Elmar Vogel wird anhand einer Sphinx, die bei Grabungsarbeiten am Herzogingarten ausgegraben wurde und Ernst Rietschel zugeschrieben wird, sein Bildhauerhandwerk zeigen. Rietschel, Professor an der Dresdner Kunstakademie und einer der bedeutendsten deutschen Bildhauer des Spätklassizismus (1804 bis 1861) liegt selbst auf dem Trinitatisfriedhof. Seine Grabstelle wird zum Friedhofsjubiläum neu saniert und bepflanzt sein.

Die Besucher können am 3. Mai den Turm der Trinitatiskirchruine besteigen und an einem Quiz teilnehmen. Es gibt auch eine Kinderbetreuung sowie Imbiss und Getränke.
 
„Wir wünschen uns, dass die Besucher in lockerer Atmosphäre Einblicke ins Friedhofswesen erhalten,“ sagt Beatrice Teichmann, Verwalterin des Ärars des Elias-, Trinitatis- und Johannisfriedhofs. Vorträge über bedeutende Dresdner Persönlichkeiten, die auf dem Trinitatisfriedhof liegen, ergänzen das Programm. Dazu gehören u. a. Caspar-David Friedrich und Ernst Rietschel.

Neben einer Ausstellung über die Geschichte des Trinitatisfriedhofs werden auch Bilder, Grafiken und bildnerische Werke moderner Dresdner Künstlern gezeigt, die auf dem Trinitatisfriedhof liegen. Dazu gehören die Malerin, Grafikerin und Illustratorin Gitta Kettner (1928-2011), der Maler und Lithograf Gerhard Kettner (1928-1993) , die Bildhauer und Restauratoren Alfons (1926-2005) und Tasso Garn, die Bildhauerin Cahrlotte Sommer-Landgraf (1928-2006), die Malerin und Galeristin Evelyn Sonntag (1956-2010).

Programm-Ablauf:

10:00 Uhr Festgottesdienst mit den Bläsern der Johanneskirchgemeinde in der Feierhalle

11:00 Uhr Ausstellungseröffnung „200 Jahre Trinitatisfriedhof“

11:30 Uhr Führung über den Friedhof (ca. 1 h)

12:30 Uhr Vortrag in der Feierhalle: „Konditorei Kreutzkamm – ehemals königlicher Hoflieferant“ mit Elisabeth Kreutzkamm-Aumüller

13:30 Uhr Vortrag in der Feierhalle „Caspar-David Fridrich – Maler und Zeichner der deutschen Frühromantik“ mit Barbara Resch (Caspar-David-Friedrich-Gesellschaft)

14:30 Uhr Vortrag in der Feierhalle „Das Wirken der Architekten Harald Julius von Bosse und Hermann Nicolai in Dresden“ mit Lucas Müller (Gottfried-Semper-Club Dresden e. V.)

15:30 Uhr Vortrag in der Feierhalle „Der Trinitatisfriedhof in Dresden und der Bildhauer Ernst Rietschel“ mit Dr. Martin Rietschel

17:00 Abschlusskonzert mit Canta d’elysio (Vokalensemble aus ehemaligen Kruzianern und Sängern der Dresdner Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber“)

Zur Geschichte des Friedhofs:

Im Jahr 1813 lieferten sich die napoleonischen Truppen in Dresden starke Gefechte, welche viele Menschenleben forderten. Die vorhandenen Friedhöfe waren keinesfalls ausreichend, um die Opfer beerdigen zu können. Als nächstes drohten Seuchen: Der Typhus forderte in den Folgemonaten weiteren tausend Einwohnern das Leben. Die Suche nach einem neuen Friedhofsgrundstück erhielt höchste Priorität. Im Oktober 1814 wurde man schließlich fündig und kaufte ein Feld am Blasewitzer Weg. Mit der Gestaltung des neuen Friedhofs wurde kein anderer als der damals hochgeschätzte Hofbaumeister Friedrich Thormeyer beauftragt. In Zusammenarbeit mit dem Ratsbaumeister Spieß entstand so im jahr 1816 eine schlichte, aber würdige Friedhofsanlage, die ihren Charakter bis in unsere Zeit bewahrt hat.

Träger ist das Ärar des Elias-, Trnitatis- und Johannisfriedhofs in Dresden. Es geht zurück auf das Johanniskirchenärar, welches 1575 gegründet wurde. Bis heute existiert es als eigenständiger kirchlicher Träger von Rechten und Pflichten – unabhängig vom Bestand der jeweiligen Kirchgemeinden, auf deren Gebiet die dazugehörigen Friedhöfe liegen. Heute können grundsätzlich Träger aller Konfessionen und Konfessionslose unabhängig von ihrem letzten Wohnort auf dem Trinitatis- und Johannisfriedhof beigesetzt werden.

Quelle: Evangelisch in Dresden