21 Verletzte bei Zugunglück bei Bad Lausick

Bad Lausick (dapd-lsc). Bei einem Zugunglück in der Nähe von Bad Lausick (Landkreis Leipzig) sind am Dienstagmittag sechs Menschen schwer und 15 leicht verletzt worden.

Der Präsident der Bundespolizei Pirna, Wieland Mozdzynski, sowie der sächsische Verkehrsminister Sven Morlok (FDP) korrigierten am Unfallort Angaben, wonach zunächst von 40 leicht und neun schwer Verletzten die Rede war.

Die Verletzten wurden nach Angaben der Deutschen Bahn am Nachmittag in umliegende Krankenhäuser gebracht. Der Lokführer sei unverletzt geblieben, habe aber einen Schock erlitten, sagte ein Bahnsprecher.

Das Unglück ereignete sich den Angaben zufolge gegen 13.10 Uhr an einem beschrankten Bahnübergang. Dort fuhr ein Kleintransporter auf ein an der Schranke wartendes Auto auf und schob dieses durch die Schranke auf die Gleise, wie ein Sprecher der Bundespolizei sagte. Auf den Schienen sei das Auto von dem Regionalzug erfasst worden. Der 64 Jahre alte Autofahrer erlitt einen Schock. Er soll noch rechtzeitig von dem 28 Jahre alten Transporterfahrer aus dem Wagen geholt worden sein.

Durch den Zusammenstoß stürzte nach Angaben der Deutschen Bahn der erste Wagen des Zuges um. Zwei weitere entgleisten. Nach Angaben eines Polizeisprechers war der Zug mit 115 Stundenkilometern unterwegs. In der Bahn befanden sich Polizeiangaben zufolge etwa 50 Fahrgäste. Die Bergung des Zuges sollte sich bis in die Nacht hinziehen.

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) sagte am Abend in Dresden, er sei „zutiefst erschüttert“ von dem schweren Unglück. Für den schnellen und umsichtigen Einsatz der Rettungskräfte sei er „außerordentlich dankbar“. Der Ministerpräsident stellte eine lückenlose Aufklärung des Unfalls in Aussicht. Anschließend machte er sich auf den Weg zum Unglücksort. Auch wollte er später ein Krankenhaus in der Umgebung besuchen und dort mit Verletzten und Rettungskräften sprechen.

Verkehrsminister Morlok zeigte sich am Unglücksort bestürzt von der „Wucht des Aufpralls“, wie er es nannte. „Hier müssen ungeheure Kräfte gewirkt haben“, sagte Morlok angesichts des völlig zertrümmerten Pkw und des zum Teil umgestürzten Zuges. Er lobte, dass die Rettungskräfte zügig am Einsatzort gewesen seien. Es zeige sich, dass die Rettungskette offenbar gut funktioniert habe.

Der Bahnverkehr auf der Strecke zwischen Geithain und Leipzig wurde den Angaben der Bahn zufolge eingestellt und ein Schienenersatzverkehr zwischen Belgershain und Bad Lausick eingerichtet. Wegen beschädigter Kabel am Unfallort fuhren vorerst auch zwischen Narsdorf und Belgershain keine Züge.

Die Bahn hat unter der Telefonnummer 0800-3111-111 eine kostenfreie Hotline für Betroffene und Angehörige eingerichtet.

Es ist nicht das erste Mal, dass es auf der Bahnstrecke zwischen Leipzig und Chemnitz zu einem Bahnunfall gekommen ist. Bereits im Dezember 2009 war der hintere Triebwagen eines Regionalexpresses an einem Haltepunkt in der Nähe von Bad Lausick entgleist. Der Wagen geriet in Schieflage und fing Feuer. Zwei Fahrgäste erlitten damals einen Schock. Ein Jahr später verlor ein Regionalexpress bei Bad Lausick ein Zugteil.

dapd