25.Filmfest Dresden: Preisträger der Goldenen Reiter 2013

Bei der Preisverleihung des 25. Filmfestes Dresden wurden am Samstag neun Goldene Reiter und fünf weitere Preise vergeben. Eine vollständige Liste aller Gewinner finden Sie unter: www.dresden-fernsehen.de +++

Das 25. Filmfest Dresden hat am Samstagabend des 20. April im Rahmen der
Preisverleihung im Kleinen Haus des Staatsschauspiels Dresden neun Goldene Reiter und
fünf weitere Preise vergeben. Die Preisträger dürfen sich über Preisgelder in Rekordhöhe
von 64.250 Euro freuen. Damit ist das Filmfest Dresden eines der am höchsten dotierten
europäischen Kurzfilmfestivals. In sechs Internationalen und vier Nationalen
Wettbewerben kämpften insgesamt 66 Filme um die Preise.

Den Goldenen Reiter Animationsfilm im Internationalen Wettbewerb gewann die slowakische
Produktion „Posledny Autobus (The Last Bus)“. Der Goldene Reiter Kurzspielfilm geht nach Griechenland an Neritan Zinxhiria für „Chamomili“. Die Sieger des Nationalen Wettbewerbs heißen „Achill“ (Animationsfilm) und „Flucht nach vorn“ (Kurzspielfilm). Über den mit 20.000 Euro dotierten Filmförderpreis der Kunstministerin kann sich die deutsche Produktion „Das Geschenk“ freuen. Die Jugendjury kürte mit „Edmond était un Âne“ (Frankreich) und „Kimono“ (Deutschland) ihre Favoriten.

Vom Fernsehsender ARTE gab es den Kurzfilmpreis für „Na Kvadrat“ (Kroatien), das Publikum kürte mit „Kann ja noch kommen“ seinen Favoriten im Nationalen Wettbewerb, international ging die Gunst der Zuschauer ebenso wie bei der Jugendjury an den französischen Film „Edmond était un Âne“. Den Universal Music Promotion Award holte sich der deutsche Streifen „Snail Trail“. Preisträger des mit 3.000 Euro dotierten DEFA-Förderpreis Animation ist der Dreiminüter „Wind“ des deutschen Filmemachers Robert Löbel.

Alle Preisträgerfilme sind am Sonntag (21. April) im Filmtheater Schauburg und im Programmkino Ost zu sehen. Die Termine: 11.30 und 19.00 Uhr (Preisträger 1) sowie 16.30 und 22.00 Uhr (Preisträger 2) in der Schauburg; Die Preisträger 3 laufen 14.00 Uhr in der Schauburg und 20.00 Uhr im Programmkino Ost.

Alle Preisträger 2013 im Überblick:

Internationaler Wettbewerb
Jury: Mette Peters (Niederlande), Nicolas Steiner (Schweiz), Theodore Ushev (Kanada, Bulgarien)

Goldener Reiter Animationsfilm (7.500 Euro) – gestiftet von der Kulturstiftung Dresden der Dresdner Bank
„Posledny Autobus“
(„The Last Bus“ ) Regie: Ivana Laucíková, Martin Snopek (Slowakei 2011)
Jurybegründung: Mit einer überwältigenden Körpersprache und der Kombination verschiedener
Techniken ist dieser Film eine fesselnde Gesellschaftsmetapher. Ein grandios dunkler und zeitloser Spiegel universeller Geschehnisse. Glücklicherweise lichtet sich der Wald am Ende.
Lobende Erwähnung: „Breathe“ Regie: Ching Hsuan Lin (Taiwan 2012)

Goldener Reiter Kurzspielfilm (7.500 Euro) – gestiftet von der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien
„Chamomili“
Regie: Neritan Zinxhiria (Griechenland 2012)
Jurybegründung: Dieser Film hat die Jury wegen seiner Ruhe und dem archaischen Ansatz fasziniert. Die packenden Bilder graben sich langfristig ins Gedächtnis ein. Die überzeugende Präsenz der Hauptdarstellerin und ihres Esels und die bedrückend schöne Stimmung machen diesen Film zu einer kleinen rauen Perle. „Die Welt der Lebenden ist weit weg, die Welt der Toten hingegen riecht nach Kamille.“

Lobende Erwähnung: “Que puis je te souhaiter avant le combat?” (What can I wish you before
the fight?)
Regie: Sofia Babluani (Frankreich 2012)

Goldener Reiter des Publikums (3.000 Euro) – gestiftet von der Sächsischen Zeitung
„Edmond était un Âne“
(Edmont was a Donkey) | Regie: Franck Dion (Frankreich 2012)

Goldener Reiter der Jugendjury (2.000 Euro) – gestiftet vom Thalia-Kino und Dr. Doerr
Jury: Cora Giesecke, Friedemann von Oppen, Hans-Christian Hegewald
„Edmond était un Âne“
(Edmont was a Donkey) | Regie: Franck Dion (Frankreich 2012)
Jurybegründung: Ein kleiner Mann, der Treppen steigt, anstatt Fahrstuhl zu fahren; ein kleines
Zahnrad im Getriebe. Der Film leitet durch eine triste und graue Welt, in der ein Witz den
Protagonisten dramatisch beeinflusst. Menschen, die ihm nahestehen, erzählen seine Geschichte ruhig, mit präzisen gestochen scharfen Worten – ebenso kraftvoll wie der feine Einsatz von Licht und Klang. Das alles fügt sich für ihn zu einem erfüllenden Zufluchtsort zusammen, in den er schließlich gänzlich eintauchen kann.

Nationaler Wettbewerb
Jury: Izabela Plucinska, René Frotscher, Sebastian Urzendowsky

Goldener Reiter Animationsfilm (3.000 Euro) – gestiftet von Budweiser Budvar
„Achill“
Regie: Gudrun Krebitz (Deutschland 2012)
Jurybegründung: Sehr persönlich, intim und manchmal fast an der Grenze zur Scham, lässt die junge Regisseurin uns ganz nah teilhaben, am Innenleben Ihrer Figur. Die verschiedenen Bild und Tonebenen funktionieren dabei wie Teile einen Mosaiks. Es entsteht ein wirklich reiches Portrait. Lobende Erwähnung: „WIND“ Regie: Robert Löbel (Deutschland 2012)

Goldener Reiter Kurzspielfilm (3.000 Euro) – gestiftet vom Filmverband Sachsen e.V.
„Flucht nach vorn“
Regie: Florian Dietrich (Deutschland 2011)
Jurybegründung: Ein kleines einfaches und doch für alle Menschen so wichtiges Thema mutig, laut, radikal, doch auch sentimental und vor allem theatralisch, vorbildlich konstant stetig „drüber“ so witzig zu erzählen, das ist in unseren Augen einfach nur bestes Kino! Für den Zuschauer relevant und amüsant und wir finden einfach nur WAU.
Lobende Erwähnung: „Harry’s Truckstop“ Regie: Arto Buhmann (Deutschland 2011)

Filmförderpreis der Kunstministerin (20.000 Euro) – gestiftet vom Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst
„Das Geschenk“
Regie: Mariejosephin Schneider (Deutschland 2013)
Jurybegründung: Eine Traumwelt tut sich auf. Man taucht darin ein, amüsiert zuerst bis sich
langsam auftut aus welcher unerträglichen Situation sie entstanden ist. Eine Flucht die den
Kreislauf aus Gewalt nur am Leben hält. Mit unglaublichem Respekt zu ihrer kindlichen Hauptfigur, viel Fantasie und einer cleveren Dramaturgie, inszeniert die junge Regisseurin einen besonders eindringlichen Film. Wir wollen gern mehr von Ihr sehen!!!

Goldener Reiter der Jugendjury National (2.000 Euro) – gestiftet von DREWAG – Stadtwerke Dresden GmbH | Jury: Josefa Jensch, Norman Wendt, Peter Lange
“Kimono”
Regie: Maurice Hübner (Deutschland 2011)
Jurybegründung: Ein Film ohne Worte…Sensibel, still und heimlich, erzählt mit stimmungsvollen
Bildern und viel Fingerspitzengefühl. Eine brillante Geschichte über Akzeptanz, Gastfreundschaft
und Zuneigung. Überzeugend und liebevoll tragen die Protagonisten ihre Emotionen dem
Zuschauer entgegen. Ein mitreißendes Versteckspiel der besonderen Art.
Lobende Erwähnung: “Lucky Seven” Regie: Claudia Heindel (Deutschland 2011)

Goldener Reiter des Publikums (3.000 Euro) – gestiftet vom Mitteldeutschen Rundfunk
„Kann ja noch kommen“
Regie: Philipp Döring“ (Deutschland 2013)

Universal Music Promotion Award (1.500 Euro + Sounds im Wert v. 1.000 Euro), gestiftet von Universal Publishing Production Music GmbH | Jury: Corinna C. Poeszus, Dirk Erchinger, Mario Lauer
„Snail Trail“
Regie: Philipp Artus (Deutschland 2012), Musik: Philipp Artus, Madalena Graca
Jurybegründung: Wie klingt eine animierte Schneckenspur? Philipp Artus und Madalena Graca
geben eine originelle Antwort. Digitale Sounds fügen sich als Komposition im originären Sinne
zusammen zu einem der filigranen Animation ebenbürtigen, kongenialen Score. Innovativ,
klischeebefreit, visionär. Der Universal Music Promotion Award 2013 geht mit einstimmigem
Juryvotum an Snail Trail.
Lobende Erwähnung: „TRAM” Regie: Michaela Pavlátová (Frankreich/ Tschechien 2012) Musik:
Petr Marek (MIDI LIDI)

ARTE Kurzfilmpreis National/International (6.000 Euro) – gestiftet von ARTE zum Ankauf eines Films
„Na kvadrat“
(„Square“, Kroatien 2012), Regie: Radislav Jovanov Gonzo
Jurybegründung: Wir freuen uns, den ARTE Kurzfilmpreis an Radislav Jovanov Gonzo aus Kroatien mit dem Film „Na Kvadrat“ („Squared“) vergeben zu dürfen. Sensibel und mit feinen Dialogen pointiert der Filmemacher die Liebesbeziehung von zwei jungen Frauen. Die Sprachlosigkeit der Einen wird zur Verzweiflung der Anderen. Starke Schauspielerinnen geben dieser kurzen Geschichte die Tiefe und Intensität und ein poetisches Spiel mit Wortzettelchen wird zur Brücke zwischen Angst und Verständigung. Wir gratulieren dem Filmemacher!

DEFA-Förderpreis Animation (3.000 Euro) – gestiftet von der DEFA-Stiftung
„Wind“
(Deutschland 2012), Regie: Robert Löbel
Jurybegründung: Plötzlich steht die Luft still. Gradlinig und mit einfachen Mitteln erzählt der Film
über die Anpassungsfähigkeit der Menschen und doch auch wieder nicht. Farben und Form sind
zurückhaltend eingesetzt. Die Bilder sind klar und schnörkellos, wie auch die Charaktere. Sie wirken in ihren Handlungen komisch und gehen über eine bloße Karikatur weit hinaus. Dem Film gelingt die Kunst, eine Zeichentrickgeschichte zur Menschheitsparabel zu verdichten.

Mitteldeutsche Filmnacht – Publikumspreis (750 Euro) – gestiftet von Budweiser Budvar
„Swan“
(Deutschland 2011), Regie: Henrike Naumann

Quelle: Filmfest Dresden