3 richtig gute Gründe, warum man beim Thema Geld immer misstrauisch sein sollte

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Alle haben gelernt und wissen aus eigener Erfahrung, welchen Stellenwert Geld besitzt. Konsumkritiker schlagen natürlich die Hände über dem Kopf zusammen und wünschen sich, dass ganz andere, menschlichere Dinge im Vordergrund stehen. Aber auch solche frommen Wünsche ändern leider nichts daran, dass nach wie vor gilt "haste was, biste was". Unter diesem Gesichtspunkt ist es verständlich, dass jeder versucht, ein Stück vom Kuchen zu bekommen, oft auf unser aller Kosten. Deshalb sollte man jeglichen Käufen und Transaktionen mit den folgenden Maximen begegnen.  

1. Die Bank gewinnt immer

Vor allem in den Werbepausen von Sparten-TV-Sendern laufen sie permanent: Spots, die einen animieren sollen, Geld zu investieren. "Trading, jetzt noch schneller und sicherer". "Vertrauen Sie dem Testsieger". Die Sprüche kennt man zur Genüge. Doch ganz gleich ob auf dem Börsenparkett oder am Roulette-Tisch, es gilt absolut jedes Mal: Die Bank gewinnt immer.

Wer glaubt, dass er damit reich wird, dass er auf eine Zahl oder alternativ irgendein Aktienpaket oder sonstige monetäre Waren setzt, hat die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Hier geht es niemals darum, irgendwem Geld zu schenken.

Zu glauben, dass es eine einfache Möglichkeit gäbe, Geld zu verdienen, ohne sich zuvor jahrelang in die Geheimnisse des Börsenhandels einzulesen, wird nur dazu führen, dass man Geld verliert. Experten sind sich einig, dass sich die Schwankungen an der Börse nur schwer voraussagen lassen. Selbst für Profis ist der richtige Zeitpunkt für einen Handel immer noch "eine Kombination aus Können und Zufall".

Niemand hat etwas zu verschenken. Erst recht nicht Unternehmen, deren gesamtes Prinzip nur auf der Spekulation mit Geld basiert. Hier gilt deshalb: Finger weg vor Investitionen ohne ausreichend Hintergrundwissen.

2. Keiner will es einem einfacher machen

Jeder, der etwas mit Geldgeschäften zu tun hat, möchte seine Kunden glauben machen, dass er es ihnen so einfach machen möchte, wie nur möglich:

  • Dank des NFC-Chips in der Bankkarte entfällt nun das umständliche Einstecken ins Lesegerät, sodass man die Karte nur noch davorhalten muss.
  • Wir bieten eine Null-Prozent-Finanzierung an. Man kann sich also etwas Teures leisten, ohne dafür mehr zu zahlen.
  • Oft reicht das Geld nicht bis zum Monatsende. Die Lösung ist ein Dispokredit, damit keine Zahlungen platzen.

Im Grunde genommen haben diese und ähnliche Sätze eine gemeinsame Quintessenz: Es wird dem Kunden suggeriert, dass der Anbieter ihm aus reiner Menschenfreude das Leben angenehmer gestalten will. Ein Dispokredit ist eine bequeme Möglichkeit, kurzfristig mehr Geld zur Verfügung zu haben. Allerdings bezahlt man für diesen Service auch enorm hohe Zinsen. Diese Bequemlichkeit kann allerdings auch zur Schuldenfalle werden.

Gerade Kredite sollten wohlüberlegt abgeschlossen werden. Denn eine Überschuldung entsteht in den meisten Fällen, weil sich unerwartet die Lebensumstände geändert haben. Eine Krankheit, der Verlust der Arbeitsstelle oder eine Trennung vom Lebenspartner – auch wenn dies in Sachsen erfreulicherweise selten passiert. Gründe für eine Verringerung des regelmäßigen Einkommens gibt es viele. Dann können die anfallenden Raten nicht mehr bedient werden. Häufig wird ein solches Risiko beim Abschluss eines Kredits nicht berücksichtigt.

Wer nicht in die Schuldenfalle geraten will, sollte deshalb einige Punkte berücksichtigen. Dazu gehört unter anderem, sich mit den monatlichen Raten nicht zu übernehmen. Oft genug wird das Risiko falsch eingeschätzt, weil der Dispo oder ein anderes Kreditangebot bequem und verlockend erscheinen. Wer bereits mit hohen Kreditraten kämpfen muss, hat dennoch verschiedene Möglichkeiten, sich aus dieser Situation zu befreien. In manchen Fällen kann eine Umschuldung etwa weiterhelfen.

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Alles, was nach "dem Kunden einfacher machen" klingt, sollte zunächst kritisch hinterfragt werden. Gerade beim Dispokredit sind es die hohen Zinsen, die das Angebot eigentlich eher unattraktiv machen.

3. Daten sind eine Währung

Seit einigen Jahren geistert der Begriff "Bargeldabschaffung" durch die Medien. Zwar tun sich die Deutschen im Vergleich zu anderen Ländern noch schwer mit neuen alternativen Bezahlmethoden, dennoch wird derzeit rund die Hälfte aller Transaktionen bargeldlos getätigt, jedoch überwiegend in Form von Überweisungen. Werfen wir mal einen Blick auf die Zahlungsoptionen, die jedem heute zur Verfügung stehen:

  • Bankkarten
  • Kreditkarten
  • Payment-Systeme (etwa Paypal)
  • NFC-Zahlungen
  • Mobile Payment (übers Handy)

Alle davon haben einen gemeinsamen Nenner: Sie lassen sich zum Zahlenden zurückverfolgen und es fängt schon beim Kontoauszug an: Wer bei Amazon bestellt, bei dem weiß die Bank ganz genau, wie viel das Unternehmen bekommen hat. Wer seine Bankkarte zur Altersverifikation in den Zigarettenautomaten steckt, dessen Daten könnten (theoretisch) gespeichert werden und Rückschlüsse darüber erlauben, wie viele Zigaretten er konsumiert.

Man muss nicht mal paranoid denken. Warum gibt es das Payback-System? Sicher nicht, um den Kartenbesitzern einen Gefallen zu tun (siehe Punkte eins und zwei). Nein, es geht darum, zu sehen, welcher Kunde was wie oft kauft, und somit letztendlich Einkaufsoptimierung mit den Daten, welche die Kartenbesitzer gegen ein paar Punkte preisgeben. Nach dem gleichen Schema arbeitet Facebook, arbeiten unzählige andere Unternehmen: Kundendaten im Tausch gegen irgendwas, was den Betroffenen wertvoll erscheint.

Jetzt werfen wir einen Blick aufs Bargeld. Selbst wenn man das von irgendeinem Geldautomaten abhebt, was wird dadurch mehr verraten, als der Standort des Automaten? Gar nichts. Genau deshalb sind auch so viele gegen Bargeld. Denn in der negativen Form erlauben die Münzen und Scheine eben kriminelle Machenschaften. Doch ein normaler Bürger, der konsequent bar bezahlt, tätigt seine Geschäfte ebenso unkontrolliert von den Augen des Staates und vor allem datensammelnder Unternehmen: Beim Kauf eines Fernsehers im Elektro-Discounter in bar weiß weder der Händler, wer man ist, noch die Bank, wofür man das Geld ausgegeben hat.

Daten sind so wertvoll wie Geld selbst, denn sie ermöglichen es in Masse, ein unglaubliches Wissen über Einzelpersonen anzuhäufen. Bargeld verhindert das, denn es lässt keine Verfolgung zu. Zumindest keine, die ein Privatunternehmen nutzen könnte.

Und was nun?

Wer den Artikel bis hierhin gelesen hat, hat vielleicht verstanden, dass er sein Geld besser zusammenhalten sollte. Doch das sollte nur die absolute Grundlage sein. Denn es geht um weit mehr: Wir befinden uns heute an einem Punkt, an dem Unternehmen auch dank der Digitalisierung extrem vielfältige Möglichkeiten haben, uns zum Kaufen anzuregen.

Durch das, was wir in unseren Social-Media-Profilen, unseren bargeldlosen Käufen, unseren Punktekarten an Informationen preisgeben, wird es umso leichter, umfangreiche Profile zu erstellen. Damit wiederum, uns Werbung zu präsentieren, die optimal personifiziert ist und damit eine hohe Wahrscheinlichkeit birgt, dass zugeschlagen wird.

Letzten Endes geht es den Anbietern immer nur um dasselbe: Geld zu verdienen. Bloß heute weniger auffällig, viel trickreicher und elektronischer und viel, viel effektiver als jemals zuvor. Dabei ist es leicht, sich als Privatmensch zu schützen. Sehr leicht sogar, denn man muss sich nur an folgende Grundregeln halten:

  • Es gibt für Laien absolut keine sichere Möglichkeit, durch Spekulieren viel Geld zu verdienen. Wäre es anders, gäbe es mehr Millionäre und weniger arme Schlucker.
  • Jeder Händler, jede Bank, jedes Unternehmen, das uns attraktive Angebote unterbreitet, folgt damit in erster Linie einem Unternehmerischen Ansatz – und will damit selbst Geld verdienen.
  • Die Digitalisierung bietet viele neue Wege mit persönlichen Informationen Geschäfte zu machen. Der Datenschutz spielt deshalb eine wichtige Rolle und wir sollten vorsichtig mit diesem Punkt umgehen.
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Wer diese Regeln beherzigt, wird vielleicht kein Millionär über Nacht. Doch diese Möglichkeit ist sowieso so verschwindend gering, dass man sie getrost ignorieren kann. Denn auch beim Lotto spielen kann einem in der Regel nur der Zufall zu einem Gewinn verhelfen. Eine gute Portion Misstrauen und gesunder Menschenverstand beim Umgang mit finanziellen Angelegenheiten ist meist die beste Vorgehensweise.