30.000 Teilnehmer und Gäste erleben stimmungsvolles Lichtfest 2013

24 Jahre nach dem 9. Oktober 1989 erinnerten gestern 30. 000 Menschen an die Ereignisse.+++

Im Rahmen des Lichtfests Leipzig erlebten rund 30. 000 Menschen eine vielschichtige künstlerische Auseinandersetzung unter dem Motto „Wie geht’s? Über Prag!“. Auf dem Augustusplatz thematisierte das Kunst- und Bürgerprojekt Lichtfest die Ereignisse in Tschechien und der Slowakei (bis 1989 ČSSR), unter anderem mit dem Prager Frühling 1968 und der Botschaftsbesetzung durch DDR-Flüchtlinge in Prag 1989. Unter den Gästen befand sich auch Joachim Gauck, Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland. Die Grußworte sprachen Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung und der slowakische Schauspieler Róbert Roth.

Auch in diesem Jahr diente der Augustusplatz wieder als Aktionraum für Lichtshows, musikalische und szenische Darstellungen.Der künstlerische Leiter des Lichtfests Jürgen Meier, Regisseur und Autor Ralph Oehme, Musiker Mike Dietrich, die Brünner Band Ty Syčáci sowie Schauspieler und Kleindarsteller verbanden historische Bezüge mit aktuellen Themen. Das Portal der Oper Leipzig diente als Projektionsfläche und bildete den Bühnenhintergrund für einen symbolischen Bahnhof, der im Zentrum der Inszenierung stand. Die Theaterperformance fokussierte auf eine Familie, die in verschiedenen Szenen die Umstände in der DDR, die Ereignisse des Prager Frühlings, die Besetzung der Deutschen Botschaft in Prag und die Ausreise nach Hof sichtbar machte. Die Brünner Band Ty Syčáci begleitete das Bühnengeschehen mit Livemusik. Eine Videoübertragung mit historischen Aufnahmen und Livebildern, die mit einem individuell komponierten Soundteppich arrangiert wurden, ergänzte das Spiel. Parallel gestalteten die Lichtfest-Besucher mit Zehntausenden Kerzen gemeinsam eine leuchtende „89“. 

Das Lichtfest wird von der Leipzig Tourismus und Marketing (LTM) GmbH in Zusammenarbeit mit der Stadt Leipzig und der Initiative „Tag der Friedlichen Revolution – Leipzig 9. Oktober 1989“ organisiert. Bereits zum fünften Mal erinnerte Leipzig damit der Friedlichen Revolution und betonte, dass die Länder Europas eine gemeinsame Demokratiebewegung verbindet. Mit den Partnern Tschechien und Slowakei lenkt das Bürgerprojekt nach den Themenländern Polen (2011) und Ungarn (2012) wieder den Blick auf den europäischen Kontext.