300 AWD-Mitarbeiter vor dem Aus!

In Radebeul beginnen am Mittwochmorgen die Verhandlungen über die Zukunft von AWD. Die Zentrale des von der Teva übernommenen Generikaherstellers soll nach Ulm verlegt werden. +++

Im September 2010 war bekannt geworden, dass das israelische Mutterunternehmen Teva seinen bisherigen Sitz in Radebeul aufgeben will. Teva will AWD und eine weitere Tochter CT zusammenlegen. Aus Unternehmenskreisen war bekannt geworden, dass Marketing und Vertrieb von AWD zu CT nach Berlin verlegt werden sollen – wohingegen Buchhaltung und Verwaltung von Radebeul nach Ulm verlagert werden sollen. 

Von der Schließung betroffen sind über 300 Mitarbeiter, davon 170 Außendienstler und etwa 130 Beschäftigte in der Zentrale. 

AWD war Ende 2008 der letzte Zugang in der deutschen Teva-Gruppe gewesen. Der Umzug nach Radebeul im März 2009 war vor allem der Größe geschuldet: AWD brachte zuletzt fast zwei Drittel des Teva-Umsatzes in Deutschland.

In Radebeul sieht man die Umstrukturierung weniger positiv. Ein Großteil der Mitarbeiter wird möglicherweise seinen Arbeitsplatz verlieren. „Um einen Personalabbau werden wir langfristig nicht herum kommen, eine komplette Standortschließung kommt aber nicht in Frage“, erklärte eine Sprecherin des Betriebsrats auf Nachfrage. Die Mitarbeiter haben auf einer außerordentlichen Versammlung beschlossen, sich gegen die Pläne des Mutterkonzerns zu wehren, und wollen dem Management Pläne vorlegen, wie man den Standort Radebeul erhalten könnte.

Für die Stadt an der Elbe wäre es der zweite Abgang eines prominenten Generikaherstellers innerhalb weniger Jahre. 2007 gliederte Sandoz nach der Hexal-Übernahme das Radebeuler Werk aus dem Konzern aus. Allerdings blieben die Arbeitsplätze erhalten, denn die Strüngmann-Brüder führten die Fabrik als Lohnhersteller unter dem Namen Arevipharma weiter.

Mit der Übernahme von ratiopharm gelang es Teva die europäische Marktführerschaft zu erlangen. Der damals vereinbvarte Verkaufserlös von ratiopharm lag bei 3,625 Mrd. Euro. Über 5.500 Mitarbeiter und ein enormes Knowhow gingen auf Teva über. Mit ratiopharm baute Teva seine Position als größter Generikahersteller mit rund 40.000 Beschäftigten und 16,2 Mrd. Euro Umsatz weltweit aus.

Quelle: Apotheke adhoc

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