365 Tage bis zum Krippen-Rechtsanspruch

Ab 1. August ist genau noch ein Jahr Zeit bis zum Inkrafttreten des Rechtsanspruchs auf einen Krippenplatz für Kinder ab deren ersten Geburtstag. Mehr Infos dazu unter www.dresden-fernsehen.de. +++

Zwar ist in Sachsen der  Ausbaubedarf nicht annähernd so groß wie in den alten Bundesländern – trotzdem liegt die Betreuungsquote der unterdreijährigen Kinder erst bei 44,2 Prozent und damit unter den angestrebten 51 Prozent für die östlichen Bundesländer. Die in der Liga zusammengeschlossenen Verbände der Freien Wohlfahrtspflege sehen deshalb großen Handlungsbedarf und dringen auf eine angemessene Landesförderung für den Krippenausbau und erste Schritte für bessere Kita-Rahmenbedingungen im nächsten Doppelhaushalt. „Wir müssen Quantität und Qualität verbinden“, so Rüdiger Unger, Liga-Vorsitzender und Vorstandsvorsitzender des DRK Sachsen.

„Die Bemühungen zur Einhaltung des Rechtsanspruchs sollten nicht davon ablenken, dass wir großen Nachholbedarf hinsichtlich der Strukturqualität haben. Nur wer auch in Qualität investiert und den Fachkräften damit Wertschätzung signalisiert, der kann auch den Ausbau stemmen.“ Aus Sicht der Verbände könnte die Anerkennung von Vor- und Nachbereitungszeiten wie aktuell in Sachsen-Anhalt ein erster Schritt zur Qualitätsverbesserung sein. In allen bundesweiten Studien steht Sachsen hinsichtlich der Kita-Rahmenbedingungen immer auf einem der drei letzten Plätze. Dies, die relativ geringe Bezahlung und die hohe Teilzeitquote machen den Erzieherberuf in Sachsen nicht attraktiv genug. Genügend Fachkräfte zu finden ist jedoch neben den baulichen Investitionen die größte Herausforderung des Ausbaus.

Die Wohlfahrtsverbände mit ihren eigenen Berufsfachschulen und vielen Angeboten der berufsbegleitenden Ausbildung für Quereinsteiger leisten bereits ihren Beitrag zur Einhaltung des Rechtsanspruchs und richten daher ihre Erwartung auf die sächsische Staatsregierung.   Die Wohlfahrtsverbände engagieren sich seit 2009 für bessere Kita-Rahmenbedingungen. Mit vielen Veranstaltungen vor Ort kommen die etwa 1000 sächsischen Kindertageseinrichtungen in freier Trägerschaft mit Mandats- und Entscheidungsträgern des Landes und der Kommunen ins Gespräch und informieren die Öffentlichkeit. Über die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) und Elternverbände nehmen auch die kommunalen Kitas an den Bemühungen teil.

Quelle: AWO Landesverband Sachsen e.V.

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