Dieser Mann steckt hinter dem KKW

Leipzig – In den kommenden Wochen sind wir wieder auf Leipziger Fernsehen Sommertour und besuchen interessante Persönlichkeiten der Stadt. Als ersten Gast haben wir mit dem Architekten und Betreiber des Kunstkraftwerkes Ulrich Maldinger gesprochen.

Vor etwa fünf Jahren haben sich der Architekt Ulrich Maldinger und der Professor für Medizinische Informatik, Statistik und Epidemiologie Markus Löffler entschlossen ein neues Kunstareal zu schaffen. Im Gebäude eines ehemaligen Heizwerkes fanden sie die richtigen Räumlichkeiten für ihren Plan. Vor einem Jahr feierte das Kunstkraftwerk seine Eröffnung und zieht seit dem Besucher aus ganz Deutschland an.

Im Sommerinterview erzählt Ulrich Maldinger, dass er sich mit Kunst sehr verbunden fühle. Früher war er in seiner alten Heimat Mannheim an einem Projekt beteiligt, bei dem alte Schiffscontainer zu einer City und für Kunst und Künstler zur Plattform wurden. In Leipzig ließ der Architekt mit seinem Kollegen ebenfalls ein neues Kunstzentrum entstehen.

 

Das Gebäude des heutigen Kunstkraftwerks haben beide durch Zufall entdeckt. Eher unerlaubter Weise stiegen die beiden Männer an einem Sonntag in das verlassene Heizkraftwerk ein und sahen sofort sein Potenzial. Ungefähr um 1840 herum fungierte der Bau noch als Gasanstalt, in der Stadtgas für den Betrieb von Straßen-und Wohnungsbeleuchtung erzeugt wurde. 40 Jahre später wurde das Kraftwerk umfunktioniert, um Elektrizität zu liefern. Bis ungefähr 1920 wurde das Werk auch als solches genutzt. Doch der Stadtteil Plagwitz entwickelte sich industriell immer weiter und schon bald war das damalige Kraftwerk zu klein, um den Ansprüchen des Stadtteils zu genügen. Wenn sich Ulrich Maldinger an den ersten Eindruck des Gebäudes erinnert, erzählt er, dass es aussah, als ob das Kraftwerk damals fluchtartig verlassen worden wäre.

Die Vision für das Gebäude schweißte Maldinger und Dr. Löffler zusammen und sie wagten den Sprung ins kalte Wasser und kauften das alte Kraftwerk. Nach vier Jahren Arbeit konnten sie hier das heutige Kunstkraftwerk eröffnen. Mit dem KKW wollen die Kunstliebhaber den, für seine Kunst und Kultur bekannten Stadtteil Plagwitz weiter ausbauen und einen Beitrag dazu leisten den Standort noch publiker zu machen.

Die derzeitigen Ausstellungen „Illusion“ und „Emmersive Art“ widmen sich der digitalen Kunst. Hier schauen die Besucher nicht nur auf die Kunst, sondern werden ein Teil von ihr. Maldinger und Löffler wurde bewusst, dass digitale Kunst immer mehr an Bedeutung gewonnen hat und somit widmen sie sich seit dem dem Ausbau des Bereichs. Im Kunstkraftwerk wollen sie eine europäisches Zentrum für digitale Kunst schaffen.