40.000 Leipziger feierten Lichtfest

Rund 40.000 Menschen haben sich am Samstag, den 09.10. versammelt, um in der Leipziger Innenstadt der friedlichen Revolution und der Deutschen Einheit zu gedenken. +++

Am Samstag verwandelte sich der Augustplatz in ein Meer von Licht und Kerzen, Menschen und Musik. Unbeschreiblich war auch dieses Jahr wieder die Stimmung auf dem Platz. An dem Ort, der vor 21 Jahren Weltgeschichte geschrieben hat. Rund 40 000 Leipziger und ihre Gäste feierten am 9. Oktober ein bewegendes Lichtfest 2010.

Tausende Kerzen auf dem Augustustplatz. Sie bringen Licht in das Dunkel dieser besonderen Nacht des 9. Oktober in Leipzig. Doch es ist kein beängstigendes Dunkel, wie damals, als sich 70 000 Menschen friedlich gegen das DDR-Regime auflehnten. Obwohl sie wussten, dass der Schießbefehl gegen sie drohte. Sie haben Mut bewiesen. Und das feiern sie nun – 21 Jahre später – mit dem Lichtfest. Denn für das Licht der Freiheit haben sie damals gekämpft. Und wie ist es? Hat die friedliche Revolution von 89 das erhoffte Licht gebracht?

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Die Grundrechte der Freiheit und Demokratie sind hart erkämpft und auch heute noch schützenswert meint Bundestagspräsident Norbert Lammert. So wird diese Nacht gleichzeitig zum Appell: dass dieses Land ein freies Land bleibt, liegt weiter in der Verantwortung jedes Einzelnen. Diese Freiheit sei schützenswert und nicht selbstverständlich. So richtet er gerade in dieser symbolträchtigen Nacht seinen Appell auch an China. Und fordert die Freilassung des inhaftierten Systemkritikers Friedensnobelpreisträgers Liu Xiaobo.

Es ist Zeit, was zu ändern, singt Rolf Stahlhofen. Ein Titel, der an Aktualität nie verlieren wird. Und in diese Nacht voller Aussagekraft hineinschallt. Plötzlich schlägt Leipzig eine Brücke nach Berlin. Mit einer beispiellosen Orgelimprovisation – Nikolaikantor Jürgen Wolf spielt auf der Ladegastorgel in Leipzig, gemeinsam mit Domenico Tagliente, der sich zeitgleich in der Kuppel des Reichstages befindet. Beide sind über Videoleinwände miteinander verbunden und sorgen für eine Stimmung, die unter die Haut geht. Denn ohne die Demonstranten von 89, so der Gedanke, gäbe es heute kein Berlin als gesamtdeutsche Hauptstadt.

Nun hat der Pulsschlag der Massen die beiden deutschen Hälften zum WIR geformt. Und das ist die Botschaft der Laserinstallation, die zum Lichtfest über alle Hauswände rund um den Augustusplatz zieht. Ein gutes Gefühl, dieses Wir in allen Sprachen. Und ein gutes Gefühl ist auch diese Nacht, die längst zur Tradition in Leipzig geworden ist.

Quelle: www.leipzig-fernsehen.de
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