400 000 Jahre Homo sapiens

Chemnitz- Am Mittwoch, dem 28. November, hält Dr. Daniel Richter im Museum für Naturkunde Chemnitz einen Vortrag zum Thema: 400.000 Jahre Homo sapiens.

Dr. Daniel Richter ist Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig. Die Arbeiten befassen sich mit der Erforschung der Menschheitsgeschichte mittels vergleichender Analysen von Genen, Kulturen, kognitiven Fähigkeiten und sozialen Systemen vergangener und gegenwärtiger menschlicher Populationen sowie Gruppen dem Menschen nahe verwandter Primaten.

Dr. Richter war selbst an den Ausgrabungen und nachfolgenden Analysen beteiligt und bietet einen spannenden Einblick in seine Arbeit.

Der Mensch ist älter als gedacht!

Neue Fossilien und Steinwerkzeuge aus Jebel Irhoud (Marokko) belegen den Ursprung des heutigen Menschen (Homo sapiens) vor etwa 300.000 Jahren in Afrika. Diese Fossilien sind rund 100.000 Jahre älter als die ältesten bislang bekannten Funde und dokumentieren, dass bereits vor zirka 300.000 Jahren wichtige Veränderungen im Aussehen und Verhalten des modernen Menschen stattgefunden haben.

Anthropologische und genetische Daten weisen eindeutig auf den afrikanischen Kontinent als Ursprung des heutigen Menschen hin. Die bislang ältesten Skelettfunde stammen aus Ostafrika, weshalb dort die Entstehung unserer Art vor circa 200.000 Jahren postuliert wurde. Moderne anthropologische Methoden weisen nun Funde aus Nordwestafrika als zu modernen Menschen gehörig aus, und neue Datierungsmethoden erlauben deren exakte Altersbestimmung auf circa 300.000 Jahre.

Dieser neue Blick auf unseren Ursprung führt einerseits zu einem in sich stimmigen Bild von Archäologie und Anthropologie, andererseits kann damit ein multiregionaler Ursprung des modernen Menschen in Afrika nicht mehr ausgeschlossen werden.

Beginn des Vortrages ist um 18.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.