400 Jahre altes Geheimnis gelüftet: Dresdner Schlosskapelle erhält historisches Gewölbe

Einheimische Rohstoffe, traditionelle Sächsische Handwerkskunst und moderne Computertechnik sind der Schlüssel zu einem 400 Jahre alten Geheimnis. Die Rekonstruktion eines mittelalterlichen Schlingrippengewölbes, die bisher noch niemandem gelungen ist. +++

In der Dresdner Schlosskapelle wurde ein solches Gewölbe im Jahr 1737 zerstört. Nun soll diese historische Raumstruktur neu erwachen. Keine leichte Aufgabe, denn einen überlieferten Bauplan gibt es nicht.

Dresdner Architekten, Forschern und Bauleuten entwickelten jedoch erstmalig ein neues Rezept für das alte Original.

Interview mit Jens-Uwe Anwand, Architekt

Man nehme zuerst 600-700 Tonnen Postaer Sandstein aus dem Sandsteinbruch Lohmen. O-Ton Johannes Roßrucker, Geschäftsführer Sächsische Sandsteinwerke Und dieses Material wird anschließend von etwa 15 Steinmetzen bearbeitet. Die Herstellung der speziellen Schlingrippenform erfordert besonderes Geschick.
 
Interview mit Andre Vogelreuter, Steintechniker der Firma Fuchs+Girke

Für ein einen Meter langes Werkstück werden im Durchschnitt drei Arbeitstage benötigt. Ein Blick auf die Rezeptur verrät, es fehlt noch eine weitere Zutat.
Mit 55 000 Ziegelsteinen soll über den Gewölberippen eine bogenförmige Mauerwerksschale errichtet werden. Die handgemachten Ziegelsteine aus Lehm und Ton kommen vom Ziegelwerk Klaus Huber in Leuben-Schleinitz.

Interview mit Huber, Geschäftsführer Ziegelwerk Klaus Huber

Schließlich werden die Ziegel zusammen mit Sandsteinrippen und Säulen verbaut. Eine architektonische Meisterleistung, denn die Gewölbekonstruktion soll am Ende ebenso wie das Original selbsttragend sein. Der Einbau des Gewölbes kostet 2,3 Millionen Euro.

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