500. Blutstammzellspender in Chemnitz

Allein in Deutschland erkrankt durchschnittlich alle 45 Minuten ein Mensch an Leukämie oder einer ähnlichen Blutkrankheit.

Für die Betroffenen ist dann meist eine Transplantation von gesundem Knochenmark oder Blutstammzellen die letzte Rettung. Spender gibt es zwar viele, doch den Richtigen zu finden ist schwer.

Umso erfreulicher ist es deshalb, dass ein passender Spender am Montag in Chemnitz die Chance hatte, mit seinem Blut ein Leben zu retten.

Thilo Kühne aus Dresden rettet wahrscheinlich, mit dem was er da gerade tut einem Menschen das Leben. Denn er ist Blutstammzellspender, einer von 50.000 potentiellen Spendern beim DRK-Blutspendedienst Ost und zudem der 500. „Genetische Zwilling“, der hier erfolgreich gefunden wurde.

Sein Termin im Institut für Transfusionsmedizin in Chemnitz begann bereits am Montag um 8.00 Uhr morgens – gut zwei Stunden ist Thilo Kühn also schon an die Apparaturen angeschlossen, die die Stammzellen aus seinem Blut filtern. Für wen er spendet, das weiß Thilo Kühne nicht und trotzdem stand für den Dresdner nach dem entscheidenden Anruf fest – er will helfen.

Interview Thilo Kühne – Blutstammzellspender

Seit 2003 ist Thilo Kühne bereits in der Deutschen Stammzellspenderdatei Ost registriert – jetzt nach sieben Jahren ist sein Blut gefragt. Ein Tag auf den er sich mit eingehenden Untersuchungen und einer viertägigen Selbstbehandlung vorbereiten musste.

Interview Dr.Suzan Kube – Entnahmeärztin

Seit gut zwei Stunden wird Thilo Kühnes Blut nun schon durch die Apparaturen gepumpt, um die wertvollen Stammzellen zu gewinnen. Die werden herausgefiltert, der Rest des Blutes wieder zurück in den Körper geleitet. Trotz einer scheinbar riesigen Auswahl mit rund 14 Millionen potentiellen Spendern weltweit ist es extrem schwierig den exakt Passenden zu finden.

Interview Undine Schulz – Leiterin der DSSD Ost

Eine aufwendige Prozedur, die dennoch Leben rettet, so wie das von Diana Twarz, die 2002 an Leukämie erkrankte und durch zwei Transplantationen von Spendern wie Thilo Kühne hoffentlich geheilt werden konnte. Auch in ihrem Fall wurden dabei zuerst ihre Verwandten getestet, allerdings ohne Erfolg.

Interview Diana Twarz – Ehemalige Patientin

Spender und Empfänger kennen sich dabei nicht und das bleibt aus diversen rechtlichen und ethischen Gründen auch so bis zwei Jahre nach dem Empfang der Spende. Für Thilo Kühne ist das nicht wichtig, er will helfen, will Leben retten, dafür liegt er und spendet heute rund 4 bis 5 Stunden lang.

Der Blumenstrauß für den 500. gefundenen Spender ist daher eher schmückendes Beiwerk. Und für Thilo Kühne, wie auch für so viele andere Blutstammzellspender steht fest, er würde es auch wieder tun.

Interview Thilo Kühne – Blutstammzellspender
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