626 Takte für die Finanzierung der Krebsforschung

Dresden - "626 Takte gegen Krebs" - Das etwas andere Benefizkonzert soll zur Finanzierung des neuen Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen beitragen. Am 12. März ab 19 Uhr erklingt Musik der Dresdner Kapellsolisten in der Kreuzkirche, um einen Teil zur Krebsforschung beizutragen.

Das Besondere: nach zwei regulären Stücken werden nur so viele Takte gespielt, die vorher verkauft worden sind. Moderiert wird der Abend von der Dresdnerin Anja Koebel, die auf den Abend gespannt ist. Sie sagt: "Niemand könne erahnen, wie dieses Konzert zu Ende geht, da das Publikum bis zuletzt nicht weiß, wie viele Takte erklingen werden. Der Augenblick, in dem die Musik unvorhersehbar endet, lässt einen Moment der Stille und Gänsehaut zurück.", so Anja Koebel.

Eine Betroffene vom Krebs ist Maryna Preibsch. Die gebürtige Russin lebt seit etwa 10 Jahren in Dresden und weiß von ihrem Lungenkrebs seit einem Jahr. Sie freut sich, dass mit so einer Aktion auf die Erkrankung aufmerksam gemacht wird, und dass es viel Unterstützung gibt. Sie sagt, das gäbe ihr Kraft, diese unschöne Erkrankung zu überstehen.

Das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen soll einen großen Schritt dazu beitragen, Krebserkrankungen zu erkennen und zu heilen. Intensive Forschung ist nötig, denn Krebs gilt in Deutschland als eine der häufigsten Todesursachen. Prof. Hanno Glimm Direktor des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen in Dresden erklärt, alleine in Deutschland erkranken 500.000 Menschen pro Jahr an Krebs und etwa ein Viertel aller Menschen hat ein mal im Leben mit Krebs zu kämpfen. 

Heutzutage überleben etwas mehr als 60% der Krebspatienten mehr als fünf Jahre, viele könne man sogar heilen, so Hanno Glimm. In den letzten Jahren habe man gelernt, dass Krebserkrankungen individuell sind und daher die Behandlungen stark angepasst werden müssen. Wie Menschen mit Krebs auf Behandlungen reagieren sei von Patient zu Patient hochgradig individuell, so Prof. Hanno Glimm. Bessere Ergebnisse zu erreichen sei nur möglich, wenn Kliniker, Patienten und Forscher zusammen arbeiten.

Diese drei Abteilungen sollen im neuen Tumorzentrum zusammen gebracht werden. Bisher wurde der Rohbau des NCTs, sowie der Ausbau der ersten zwei Etagen finanziert. Glimm datiert die Eröffnung auf Herbst 2020. Von da an sollen dort Therapie, Diagnostik und die Weiterentwicklung lokaler Therapien vorangetrieben werden. Damit erhoffen sie sich ein besseres Verständnis für Tumore und deren Heilung. Das Konzert soll auf die Forschung aufmerksam machen und die Finanzierung der letzten Etage unterstützen.

Wer einen Beitrag zur Krebsforschung leisten und mithelfen möchte, die 626 Takte bis zum Ende erklingen zu lassen, kann sich noch Karten sichern. Informationen dazu gibt es unter http://www.nct-dresden.de/takte