75 Millionen Kubikmeter Wasser zurückgehalten – Landeseigene Talsperren mildern Folgen der Schneeschmelze

„Die landeseigenen Talsperren und Rückhaltesysteme haben während der Schneeschmelze die Pegel unserer Gewässer deutlich reduziert. Damit sind schlimmere Folgen und hohe Schäden verhindert worden“, diese Bilanz zog Umweltminister Frank Kupfer am Donnerstag bei der aktuellen Debatte im Sächsischen Landtag.

Nach Berechnungen der Experten haben die Talsperren seit Beginn der Schneeschmelze etwa 75 Millionen Kubikmeter Wasser zurückgehalten.

So waren im Gebiet der Weißen Elster im Vogtland bereits ab Mitte Dezember rund 7,7 Millionen Kubikmeter zusätzlich zum normal üblichen Hochwasserrückhalteraum für die Aufnahmen des Schmelzwassers frei gemacht worden. Allein an der Talsperre Pirk wurde dazu der Rückhalteraum von 800.000 Kubikmetern auf 7,2 Millionen Kubikmeter erhöht, nahezu der gesamte Betriebsraum der Talsperre stand damit für den Schutz vor Hochwasser zur Verfügung. Zur Zeit des maximalen Zuflusses von etwa 71 Kubikmetern pro Sekunde gab die Talsperre lediglich 51,8 Kubikmeter pro Sekunde ab. Mehr als ein Viertel des zufließenden Wassers wurde damit zurückgehalten. Erst als der Pegel der Weißen Elster zurückging, war die Talsperre vollständig gefüllt.

Im Einzugsgebiet der Pleiße waren 78 Millionen Kubikmeter für den Rückhalt des Schmelzwassers frei, fünf Millionen Kubikmeter mehr als normal. Insgesamt wurden in den Speichersystemen der Weißen Elster und der Pleiße 30 Millionen Kubikmeter Wasser zurückgehalten. Diese Entlastung trug zu einem sicheren Hochwasserabfluss in Leipzig bei, wo Pleiße und Weiße Elster zusammenfließen.

„Ich bin froh, dass wir im Landeshochwasserzentrum und in der Landestalsperrenverwaltung Experten haben. Sie sind in der Lage, die Talsperren optimal zu steuern und so die eintretenden Pegelstände an den Flüssen so weit es geht zu reduzieren“, so der Minister. „Allerdings zeigt das aktuelle Hochwasser auch eins: wir müssen zügig weitere Rückhalteräume schaffen“.

So hätten die geplanten Hochwasserrückhaltebecken Oberbobritzsch und Mulda im Einzugsgebiet der Freiberger Mulde mit vorgesehenen Stauräumen von zusammen mehr als zehn Millionen Kubikmetern eine deutliche Senkung der eintretenden Pegel bewirkt. Am Pegel Nossen hätten sie die eingetretenen Wasserstände der Alarmstufe 3 verhindert. Bei einem einhundertjährlichen Hochwasser könnten die Pegelstände in Nossen, Roßwein und Döbeln sogar um fast einen halben Meter reduziert werden.

„Darum ist es richtig, an geeigneten Stellen im Gebirge Hochwasserrückhaltebecken zu errichten. Wasser, das im Oberlauf der Gewässer zurückgehalten werden kann, senkt die eintretenden Pegel an den Städten und Dörfern im Unterlauf. Die dort erforderlichen Schutzmauern können dann niedriger ausfallen. Die Kombination aus Rückhalt im Oberlauf und Hochwasserschutz an den gefährdeten Stellen ist der richtige Weg“, so der Minister abschließend.