775 Bürgerarbeitsplätze in Dresden

“Bürgerarbeiter übernehmen sinnvolle Tätigkeiten, die im öffentlichen Interesse liegen. Dabei frischen sie ihre Berufskenntnisse auf und erwerben neue Kompetenzen. Das ist ein Gewinn für alle“, so Sozialbürgermeister Martin Seidel. +++

Am Freitag haben der Bürgermeister für Soziales der Landeshauptstadt Dresden, Martin Seidel und der Geschäftsführer des Jobcenters Dresden, Jan Pratzka im Rahmen einer Pressekonferenz eine sehr positive Zwischenbilanz des Bundesmodellprojektes „Bürgerarbeit“ in Dresden gezogen. Wie Martin Seidel berichten konnte, hat Dresden den vom Bund mit 800 Stellen festgelegten Rahmen fast vollständig ausgeschöpft. Insgesamt 775 Bürgerarbeitsplätze sind bei Dresdner Vereinen und Einrichtungen geschaffen worden. „Über diesen gemeinsamen Erfolg freuen wir uns sehr. Bürgerarbeiter übernehmen sinnvolle Tätigkeiten, die im öffentlichen Interesse liegen. Dabei frischen sie ihre Berufskenntnisse auf und erwerben neue Kompetenzen. Das ist ein Gewinn für alle“, so Bürgermeister Martin Seidel.

Der Chef des Dresdner Jobcenters Jan Pratzka ergänzt: „Noch bis zum 1. Juli 2012 konnten  Bürgerarbeitsstellen für langzeitarbeitslose Kunden des Jobcenters eingerichtet werden. Insgesamt 115 Arbeitgeber haben diese Möglichkeit genutzt. Wir haben unser Kontingent von maximal 800 Stellen zu 97 Prozent ausgereizt. Das ist eine gute Bilanz. Insgesamt 3 146 arbeitslose Personen hat das Jobcenter in den letzten zwei Jahren durch das Bundesprogramm besonders unterstützt. 524 haben während der Aktivierungsphase eine reguläre Arbeit erhalten. Denn für die Bürgerarbeit kommt nur in Frage, wer auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt keinen Job finden kann. Aus Sicht des Jobcenters ist das ein doppelter Erfolg.“

„Von der Bürgerarbeit profitieren Arbeitnehmer und Arbeitgeber gleichermaßen“, ist sich Pratzka auch mit Dr. Edith Franke, der langjährigen Vorsitzenden der Dresdner Tafel e. V. einig. Die Tafel hilft bedürftigen Menschen. Bei Vorlage des Dresden-Passes erhalten sie in einer der zehn Ausgabestellen Lebensmittel und Waren, die durch Überproduktion ausgesondert werden. Die Tafel beschäftigt 16 Bürgerarbeiter.

Den größten Anteil an den Bürgerarbeitsstellen in Dresden hat der soziale Bereich. Auf die Kinder- und Jugendbetreuung sowie soziale und humanitäre Hilfen entfallen mit jeweils etwa 24 Prozent, zusammen fast die Hälfte aller Stellen. Danach folgen mit 20 Prozent aller Stellen die Freie Kulturarbeit und der Sport- und Freizeitbereich mit 15 Prozent.

Die Bürgerarbeiter erhalten bei einer regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit von 30 Stunden ein monatliches Bruttoentgelt von 900 Euro. Die Arbeitgeber erhalten einen Zuschuss zu den Sozialversicherungsbeiträgen. Für die bundesweit bis zu 34 000 Stellen sind jährlich 230 Millionen  Euro im Bundeshaushalt eingeplant. 200 Millionen Euro davon übernimmt der Europäische Sozialfonds. Da diese Förderung ausschließlich die Personalkosten der Bürgerarbeiter abdeckt, zahlt die Landeshauptstadt Dresden den Arbeitgebern je nach Lage des Einzelfalls einen Zuschuss zu den Sach- und Verwaltungskosten. Allein für soziale Projekte gibt die Landeshauptstadt jährlich etwa 232 000 Euro auf diesem Wege dazu. Für Bürgermeister Martin Seidel ist das Geld gut angelegt: „Nach unseren Erfahrungen ist es der bessere Weg, Arbeit statt Arbeitslosigkeit zu finanzieren“.

Das Bundesprogramm Bürgerarbeit wurde 2010 vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales ins Leben gerufen. Das Jobcenter Dresden hat sich beteiligt und am 15. Juli 2010 den Zuschlag dafür erhalten. Das Projekt zielt darauf ab, langzeitarbeitslose Personen durch intensivere Betreuung in der Aktivierungsphase in Arbeit zu vermitteln bzw. im Rahmen der folgenden dreijährigen Beschäftigungsphase deren Aussichten auf Integration in den Arbeitsmarkt zu verbessern. Bis zum 31. Dezember war es möglich, vom Bund geförderte Bürgerarbeitsplätze beim Bundesverwaltungsamt zu beantragen. Für die Besetzung der Stellen galt eine Frist bis zum 1. Juli 2012. Das Projekt läuft noch bis Ende 2014. Weitere Informationen unter: http://www.dresden.de/de/03/081/arge/traeger/04_buergerarbeit.php

Quelle: Stadt Dresden

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