800 Jahre alte Mauerreste gefunden

Im Quartier 8 am Neumarkt graben sich die Archäologen derzeit durch alte Keller, Latrinen und Brunnen. Dabei haben sie erstaunliches zu Tage gefördert.

  Gewölbe, massive Keller, metertiefe Latrinen und Brunnen unter dem Quartier 8 am Neumarkt bringen die Mitarbeiter vom Landesamt für Archäologie die Reste des mittelalterlichen Dresdens zum Vorschein. Am interessantesten für sie ist allerdings eine ganz unscheinbare Lehmgrube. Das verbrannte Holz und den verziegelten Lehm datieren die Ausgräber ins 12. Jahrhundert und damit bereits vor die erste urkundliche Erwähnung Dresdens 1206. 

  Aufschlussreich für die zeitliche Einordnung der Mauern sind für die Archäologen Tonscherben, die sich in den Lehmschichten finden. Aus dem Abfall vergangener Zeiten ziehen sie dabei immer wieder interessante Fundstücke. 

  Bis Februar graben die Archäologen noch auf dem Areal zwischen Schloss und Johanneum. Währenddessen sucht der Freistaat nach einem Investor für das Grundstück. So könnten einige Funde in den Neubau mit einbezogen werden. Nach Ansicht von Christiane Hemker sind vor allem drei Keller erhaltenswert. So kam der Unterbau der kurfürstlichen Schmiede zum Vorschein, der dem Festungsbaumeister Paul Buchner zugeschrieben wird.