A4: Einsatz an der Raststätte Auerswalde

Mit einer Ordnungswidrigkeitsanzeige wegen technischer Mängel endete ein mehrstündiger Einsatz von Polizei, Feuerwehr, Havariekommissar und eines Umweltdienstes.

Begonnen hatte der Einsatz am späten Donnerstagabend an der Autobahn-Raststätte „Auerswalder Blick“.

Ein Lkw-Fahrer (44) hatte gegen 22 Uhr bemerkt, dass aus einem dort haltenden und als Gefahrgut-Transport gekennzeichneten Scania-Sattelauflieger  Flüssigkeit läuft.  Davon informierte der Feststeller die Polizei. Deren erste Überprüfung ergab, dass die Kennzeichnung des Lastzuges den Transport  fester Stoffe oder Gemische aus festen Stoffen, die entzündbare flüssige Stoffe mit einem Flammpunkt von höchstens 61 Grad Celsius ausweist (Tafel UN 3175).

Weitere Ermittlungen führten Polizeibeamte dann vor Ort durch. Dazu wurden die Chemnitzer Berufsfeuerwehr und auch der Havariekommissar hinzugeholt. Zur 35 Tonnen wiegenden Ladung konnte dessen 35-jähriger Fahrer  nichts sagen. Er hatte sie in Frankreich übernommen.

Der Havariekommissar kontaktierte die Transportfirma. Bei der Ladung sollte es sich um geschredderte benutzte Farbeimer und farbgetränkte Putzlappen handeln, die in Polen entsorgt werden sollten.

Die Polizei stellte an der Ladeluke des Aufliegers zwei abgebrochene Scharniere fest, außerdem einen Riss in der Plane. Durch das Regenwetter war Wasser durch die undichte Plane gelaufen und hatte sich mit den Farbresten vermischt. Durch den Spalt, der durch die zwei abgebrochenen Scharniere an der Luke entstanden war, lief das Wasser-Farbgemisch letztlich nach außen.

Die Feuerwehrmänner untersuchten unterdessen mit einer Wärmebildkamera, ob sich in der entflammbaren Ladung eine Wärmequelle befindet. Dies konnte dann ausgeschlossen werden.
Aufgrund der Dunkelheit und der Bedingungen vor Ort konnte der Ladungsinhalt nicht endgültig geklärt werden. Deshalb wurde der Sattelzug sichergestellt. Nachdem die Feuerwehr die Ladeluke abgedichtet hatte, fuhr der Sattelzug selbstständig zum Sicherstellungsort auf dem Areal eines Umweltdienstes auf der Sandstraße.

Heute Vormittag wurde dann dort der Auflieger entladen. Es handelte sich um die von der Transportfirma angegebene Fracht. Sie war ordnungsmäß gekennzeichnet. Anfang nächster Woche soll sie abgeholt werden und weiter ihren vorgesehenen Weg nach Polen nehmen.
Eine ernsthafte Gefährdung für Personen oder Sachen bestand nicht. Der Lkw-Fahrer, der die Polizei informiert hatte, klagte vor Ort über Unwohlsein durch das Einatmen des Farbgeruchs. Der Mann wurde in einem Rettungswagen ambulant medizinisch versorgt. Die durch die austretende Flüssigkeit verschmutze Parkplatzfläche wurde von der Feuerwehr gesäubert.
Von Amts wegen erstattete die Polizei eine Ordnungswidrigkeitsanzeige gegen den 35-jährigen Fahrer und gegen die Firma wegen technischer Mängel an der Ladeluke des Aufliegers.

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