Abfallmengen in Dresden weiter zurückgegangen

Auch 2012 kann die Landeshauptstadt Dresden wieder eine positive Bilanz in ihrer Abfallwirtschaft ziehen. Im Durchschnitt hat jeder Dresdner 136 Kilogramm Restabfall erzeugt, 5 Kilogramm weniger als noch 2011. +++

Insgesamt 171 099 Tonnen Abfälle fielen in privaten Haushalten an, das ist ein beachtliches Minus von 2774 Tonnen gegenüber dem Jahr zuvor. Den Hauptanteil stellt dabei der Restabfall, der um 1711 Tonnen zurück ging. Im Durchschnitt hat jeder Dresdner 136 Kilogramm Restabfall erzeugt, 5 Kilogramm weniger als noch 2011.
Vorbildlich ist auch die Verwertungsquote der Abfälle, die bei 93,6 Prozent liegt. Sachsenweit liegt diese bei 76 Prozent. Trotz des Rückgangs der Restabfallmenge gibt es noch Reserven bei der Getrenntsammlung.
 
Analyse des Restabfalls
In regelmäßigen Abständen lässt die Stadt gemeinsam mit der Stadtreinigung Dresden GmbH von einem Ingenieurbüro den Restabfall analysieren. Daraus sollen Erkenntnisse gewonnen werden, ob sich u. a. am Verhalten der Bürgerinnen und Bürger bei der Getrenntsammlung etwas geändert hat, welche Wertstoffpotenziale und Arten von Störstoffen der Restabfall enthält. Die Ergebnisse von 2012 zeigen deutliche Reserven für eine noch bessere Getrenntsammlung. Hauptbestandteil mit 37,4 Prozent ist nach wie vor der Bioabfall. Gegenüber der vorangegangenen Analyse aus dem Jahr 2009 gibt es zwar einen Rückgang um 4 Prozent, hochgerechnet auf die Gesamtmenge des Restabfalls sind aber immer noch 27 090 Tonnen Bioabfall enthalten. Damit landet der überwiegende Teil des in privaten Haushalten erzeugten Bioabfalls weiterhin im Restmüll.
„Hier gilt es anzusetzen, um die Bürger neu zu motivieren, damit wieder mehr Bioabfall der Kompostierung zugeführt werden kann, weil auch die Menge, die 2012 in den Biotonnen gesammelt wurde, zurückgegangen ist (minus 271 Tonnen)“, betont Detlef Thiel, der Leiter des Amtes für Stadtgrün und Abfallwirtschaft.
Um 2,5 Prozent gestiegen ist der Anteil von Kunstoffen und Verbundmaterialien im Restmüll. Ein großer Teil davon sind Verpackungen, die eigentlich in die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack gehören.
Positiv dagegen ist der um 1,3 Prozent zurückgegangene Anteil von Papier und Pappen. Einfluss darauf dürfte die bequeme Art des Sammelns in den Blauen Tonnen direkt am Haus gehabt haben.
Zu den Störstoffen, die im Restabfall gefunden wurden, gehören u. a. Batterien. Auf die gesamte Restabfallmenge hochgerechnet sind das 10 bis 12 Tonnen Batterien, die nicht beim Handel oder bei der Schadstoffsammlung abgegeben wurden.

Abfälle aus privaten Haushalten
Das Jahr 2012 stand ganz im Zeichen der Einführung der städtischen Blauen Tonne. Mittlerweile haben sich rund 23 000 Grundstückseigentümer für dieses Serviceangebot der Stadt entschieden. Seit Ende April dieses Jahres werden 29 255 Blaue Tonnen im Auftrag der Stadt geleert. Die Menge des insgesamt erfassten Altpapiers hat sich gegenüber dem Vorjahr um knapp 260 Tonnen erhöht. „Trotz anfänglicher Probleme hat sich die Blaue Tonne etabliert und wird von immer mehr Bürgern angenommen“, führt Detlef Thiel weiter aus.
Beim Altglas gab es dagegen ein Mengenrückgang um 542 Tonnen gegenüber 2011. Wie die Abfallanalyse zeigt, landete ein beachtlicher Teil davon in den Restabfalltonnen und ging somit der Verwertung verloren.

Illegale Ablagerungen
Insgesamt 565 Tonnen illegal abgelagerter Sperrmüll und Restabfall mussten 2012 von öffentlichen Flächen entfernt werden. Die Menge lag zwar unter dem Wert von 2011 (minus 98 Tonnen), verursachte der Stadt aber zusätzliche Kosten in Höhe von mehr als 163 000 Euro.
Auf den Wertstoffhöfen haben die Bürgern die Möglichkeit, nicht mehr im Haushalt benötigte Gegenstände und Geräte gebührenfrei abzugeben. Darüber hinaus bietet die Stadt Interessierten auf ihrer Homepage den Tausch- und Verschenkmarkt zur kostenfreien Nutzung an. Auf dem Online-Markt gab es 2012 mehr als 180 000 Zugriffe.
Umso unverständlicher ist es, dass die Anzahl der im öffentlichen Raum abgelegten Bildschirmgeräte (705 Stück), Kühlschränke (210 Stück) und sonstigen Haushaltgroßgeräte (70 Stück) zugenommen hat.
 
Kitakinder lernen von Schülern den Umgang mit Abfall
Das Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft und das Gymnasium Dresden Cotta verbindet seit dem Jahr 2000 eine abfallwirtschaftliche Partnerschaft. Im Rahmen von Schülerprojekten werden u. a. Untersuchungen zum Wachstum von Pflanzen auf Bodensubstraten aus rezyklierten Mineralstoffen auf Versuchsflächen des Gymnasiums durchgeführt.
Jährlicher Höhepunkt bei den Projekten ist die „Lernstunde Abfall“ für Kitakinder. Schüler der 11. Klassen entwickeln in wochenlanger Vorbereitung Spiele für die Kinder, die sie dann mit ihnen gemeinsam spielen. Die Schüler können dabei Erfahrungen in Sozialkompetenz sammeln und sind ebenso wie die Kinder mit großer Begeisterung bei der Sache.

Quelle: Dresden – Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Foto: Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft