Abriss in letzter Minute verhindern

Die Baustelle an der Hartmannbrücke ruht noch immer.

In dieser Woche sollte eigentlich mit dem Abriss des Hauses Hartmannstraße 16 begonnen werden, das die Arbeiten an der Brücke seit März verzögert.

Doch einige Chemnitzer sind für den Erhalt des historischen Gebäudes. Sie wollen den Abriss in letzter Minute verhindern.

Am Montagabend sind rund 50 Chemnitzer einem Aufruf des „Stadtforums Chemnitz“ gefolgt. Sie trafen sich vor dem Gebäude Hartmannstraße 16, um gegen dessen Abriss Flagge zu zeigen. Außerdem wollten sich damit ihre Solidarität mit dem Messer- und Scherenschleifer bekunden, der bereits aus seinen Geschäftsräumen gezogen ist.

Das Stadtforum teilt nicht die Auffassung des Tiefbauamtes, das das Haus einsturzgefährdet ist. Sie haben stattdessen mit einem potentiellen Kaufinteressenten einen eigenen Gutachter beauftragt.

Interview: Frank Kotzerke – Stadtforum Chemnitz

Der Baustopp kostet die Stadt monatlich rund 20.000 Euro. Zudem wollte man einen langwierigen Prozess mit ungewissem Ausgang mit dem Eigentümer des Gebäudes vermeiden. Somit war der Entschluss zum Kauf und Abriss schnell gefasst. Das Gutachten nach dem die Stadt handelt, sagt laut Stadtforum nur aus, dass das Haus nicht 100 Prozent standfest ist – von Einsturzgefahr wäre keine Rede.

Interview: Frank Kotzerke – Stadtforum Chemnitz

Das Stadtforum will den Abriss in letzter Minute verhindern. Dazu haben sie eine Unterschriftenaktion gestartet. Insgesamt zeigen sie sich mit dem Entscheidungsprozess der Stadt unzufrieden.

Interview: Frank Kotzerke – Stadtforum Chemnitz

In der Stadtverwaltung wollte man sich noch nicht äußern. Dort wartet man eine Stellungnahme des Landesamtes für Denkmalpflege ab, die am Mittwoch erfolgen soll.

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