Abschlusserklärung des Welterbeforums Dresden

Das Welterbeforum im Kulturpalast Dresden veröffentlichte eine Abschlusserklärung, in der in eindringlichen und klaren Worten der Erhalt des Dresdner Welterbes gefordert wurde.

Zu den Erstunterzeichnern gehören die Referenten des Welterbeforums Prof.Magirius, Prof.Albrecht, Dr.Laudel sowie Horst Wadehn. Herr Prof.Magirius (Landeskonservator a.D.) bezog sich in seinem Fachvortrag „Vier Thesen zum Dresdner Elbtal als Welterbe“ auf die europäische und weltweite Bedeutung des Dresdner Elbtales, welches durch den Welterbetitel der Unesco durch die internationale Staatengemeinschaft geadelt sei.

Er betonte, dass „Dresden gerade den weltweit beachteten Aufbau der Frauenkirche als Symbol der Versöhnung nur mit großer internationaler Anteilnahme und finanzieller Unterstütung hat leisten können.“ Insofern „sei Dresden der Welt auch Dankbarkeit schuldig“. Prof Magirius betonte, dass „Dresden durch den Verlust des Welterbes seinen Ruf als Kulturstadt verlieren werde“ und warnte vor „einem kulturellen Identitätsverlust“ und „einer für viele bundesdeutsche Städte typischen kulturellen Mittelmäßigkeit.“

Prof. Magirius sagte: „Natürlich wissen wir nicht, wie spätere Generationen dieses mißlungene Brückenbauwerk einschätzen werden. Mit einiger Sicherheit aber wird man an dem Bauwerk die Überheblichkeit ablesen können, mit der sich Politiker (…) gegen weitläufige Einsichten durchgesetzt haben, nicht zuletzt um zu zeigen, wer hier `Herr im Hause`ist (…).“

Herr Wadehn als Vorsitzender des Vereins der Unesco Welterbestädten in Deutschland betonte in seinem Redebeitrag die Pflicht der lokalen Entscheidungsträger gemäß ihrem Amtseid Schaden von Dresden, Sachsen und Deutschland mit allen Kräften fernzuhalten. Die von ihm sehr geschätzte OB Orosz rief er auf „mit der Unesco in ernsthafte Gespräche einzutreten und alles zu tun, damit der Status des Welterbes für Dresden erhalten bleibt“.

Horst Wadehn betonte, dass „der Verlust des Welterbes einen riesigen Schaden für Dresden bedeuten wird.“Herr Wadehn sagte, dass „Politiker wahre Stärke zeigen, wenn sie Entscheidungen, die sich als nicht richtig erwiesen haben, im Interesse der Öffentlichkeit revidieren können“.   Das Welterbeforum rief Frau OB Orosz auf, eine exakte Kostenschätzungfür die Mehrkosten des welterbeverträglichen Tunnels vorzulegen.

Darüber hinaus forderten die Teilnehmer konkrete Informationen zum Sachstand der Verhandlung mit der Unesco und baten Frau OB Orosz diese Informationen in einem öffentlichen Podium allen interessierten Dresdnern bekannt zu machen.

Auf dem Atmarkt wurde im Anschluß an die Kundgebung das temporäre Kunstwerk „Tor der Barberei – Tor der Hoffnung“ eröffnet, welches noch bis Montag zu sehen ist.

Zuschauernachricht von Thomas Löser (Sprecher Verein Bürgerbegehren Welterbe erhalten durch Elbtunnel am Waldschlößchen)