Adler mit versöhnlichem Jahresabschluss

BBVL überrascht bei 75:67-Sieg in Oberhausen.

Vieles sprach vor diesem Spiel für einen Erfolg der Bundesliga-Basketballerinnen des BBV Leipzig. Zum einen konnte mit Bettina Bode kurzfristig Ersatz für Cornelia Janzon auf der Center-Position verpflichtet werden. Zum anderen wurde der in der Trommel-Session zur Weihnachtsfeier gefundene Rhythmus aufs Spielfeld gebracht. Und drittens traf man auf dem Weg zum Auswärtsspiel die Brose Baskets Bamberg und BBVL-Coach Ritz Ingram neben Chris Flemming, seinem früheren Kollegen
aus Quakenbrück, auch viele seiner ehemaligen Spieler. „Ein gutes Omen“, befanden Ingram und sein Team.

Sie sollten Recht behalten. Denn die Eagles überraschten Oberhausen mit einer starken zweiten Halbzeit und gewannen letztlich verdient 75:67 (37:34). Nach zwei Niederlagen in Serie sorgten die Adler damit für einen versöhnlichen Jahresabschluss und überwintern auf einem Playoff-Platz.

„Das hätte nicht besser laufen können“, war Bettina Bode froh über den Einstand nach Maß. Mit zehn Punkten, sechs Rebounds und einer Traumquote von 71 Prozent hatte sie maßgeblichen Anteil am Sieg der Eagles. Den Kontakt zur 1,93 m großen Centerin, die vom spanischen Zweitligisten CB Conquero kommt und zunächst einen Vertrag bis Saisonende hat, stellte Nationalspielerin Annika Danckert her. Beide haben bis vor drei Jahren zusammen in Göttingen gespielt. „Ich habe ein gutes Gefühl und bin in Leipzig sehr herzlich aufgenommen worden“, so die 28-Jährige. „Meine Entscheidung habe ich bisher keine Sekunde bereut.“

Das sieht Coach Ingram genauso: „Fürs erste Spiel nach nur drei, vier Trainingseinheiten war das von Bettina mehr als wir erwarten konnten.“ Aber auch mit den anderen Adlern war der 58-Jährige zufrieden: „Wir haben unser Konzept in der Defense durchgehalten. Selbst von dem harten Stil Oberhausens haben wir uns nicht aus der Ruhe bringen lassen und immer eine passende Antwort gefunden.“ Das sei ein extrem wichtiger Sieg gewesen. „Nicht nur wegen der zwei Punkte, sondern vor allem, weil die Mädels gesehen haben, was in ihnen steckt. Es war eine tolle Leistung der gesamten Mannschaft.“ Das zeigt schon der Fakt, dass alle elf Spielerinnen zum Einsatz kamen.

Nach einem schwachen Beginn (4:9, 4.) fingen sich die Leipzigerinnen schnell wieder und holten sich dank eines Dreiers von Tanja Maciej das erste Viertel mit 19:17. Auch danach blieb es eng. Dennoch legten die Gäste einen Punkt drauf. Obgleich hier bei konsequenterer Chancenverwertung mehr möglich gewesen wäre. Was, das zeigten die Ingram-Schützlinge dann nach der Halbzeitpause.

Durch einen Dreier der glänzend aufgelegten US-Regisseurin Kyle DeHaven, einer immer stärker werdenden Caroline Sterner und der überragenden Annika Danckert zog man auf 57:44 (28.) davon. Doch damit war das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht. Der BBVL dominierte die Gastgeber weiter. Nachdem Bettina Bode per Sprungwurf vier wichtige Zähler zum 67:54 (34.) eingenetzt hatte, trafen die Schiedsrichter aber einige unglückliche Entscheidungen.

So bekam etwa Danckert ein Offensiv-Foul, obwohl sie von Sarah Austmann klar mit dem Ellbogen attackiert worden war. Doch selbst als die Nationalspielerin das Feld daraufhin mit Nasenbluten verlassen musste, ackerten die übrigen Adler wie besessen weiter und bauten den Vorsprung weiter aus (73:56, 39.). Dass es am Ende dennoch nur acht Punkte Unterschied waren, lag einzig daran, dass Ingram mit seiner kompletten zweiten Fünf zu Ende spielte.

„Wir haben so oft knapp verloren, dass es jetzt einfach an der Zeit war, so ein Ding auch mal für uns zu entscheiden“, meinte Caro Sterner erleichtert. „Diesmal haben wir den Sack rechtzeitig zugemacht.“ Nun können die Eagles mit einem guten Gefühl in die Weihnachtspause gehen und Kraft tanken, bevor es Anfang Januar wieder ans Training geht. Das nächste Punktspiel steigt wegen der zusätzlichen EM-Qualifikationsrunde der deutschen Nationalmannschaft, an der auch Annika Danckert
teilnehmen wird, allerdings erst am 01. Februar bei Meister Wasserburg.