Ärger über Wahlwerbebrief

Chemnitz - Mit einem Brief wirbt Oberbürgermeisterkandidatin Almut Patt bei den Chemnitzern um Wählerstimmen. Dabei wird auch ein Vergleich zu drei der verbliebenen Kandidaten gezogen. Der unabhängige Kandidat Lars Faßmann wird im Falle eines Wahlsieges von Patt sogar als Chef der Wirtschaftsförderung vorgeschlagen. Abgesprochen war das offenbar nicht.

Absender des Briefs sind vier Chemnitzer Unternehmer, darunter Bruno-Banani-Geschäftsführer Jan Jassner. Sie bezeichnen sich als parteiunabhängiges Bündnis. Zwei der Unterzeichner sind allerdings in der CDU. Almut Patt sieht darin keinen Widerspruch. Den Text des Briefs kannte sie, bevor er abgeschickt wurde.

Der Chemnitzer Unternehmer Lars Faßmann sieht sich auch im Falle einer Wahlniederlage nicht als Chef der Wirtschaftsförderung. Auch die anderen im Brief genannten Kandidaten wussten vorher nichts von dem Schreiben. Über Sven Schulze von der SPD heißt es "Unsere Finanzen und Beteiligungen sind beim Kämmerer Sven Schulze in guten Händen. Almut Patt verbindet alle Fachbereiche im Rathaus [...]." Schulze stößt sich vor allem an der vermeintlichen Parteiunabhängigkeit des Briefs. Schriftlich teilte er mit: "Ich halte nichts davon, den Menschen etwas vorzugaukeln. Denn gerade als Oberbürgermeister sollte man immer offen und ehrlich kommunizieren. Ich glaube auch, die Chemnitzerinnen und Chemnitzer sind klug genug, sich nicht täuschen zu lassen."

Zu Susanne Schaper heißt es in dem Brief: "Soziale Gerechtigkeit ist eindeutiger Schwerpunkt von Susanne Schaper. Almut Patt orientiert sich an Nächstenliebe und Solidarität zwischen jung und alt." Schaper will im verbleibenden Wahlkampf auf ihre Stären setzen und keine Vergleiche zu anderen Kandidaten ziehen. 

Am Sonntag entscheidet sich, wer neues Chemnitzer Stadtoberhaupt wird. Ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Schulze und Patt, möglicherweise sogar Schaper, wird erwartet. Im Rennen um die entscheidenden Wählerstimmen werden nun offenbar alle Register gezogen.