Aeromess – Dresdner erfinden Video-Feinstaubmessung

Feinstaub-Partikel können Allergien, Asthma sowie Krebs auslösen. Ein Dresdner Unternehmen rückt dem schädlichen Feinstaub in Räumen jetzt mit Video zu Leibe. +++

Während es für den Außenbereich längst eine Feinstaubverordnung gibt, muss sich in Innenräumen noch jeder selbst um „gute Luft“ kümmern. Die Techniker der Dresdner Firma Aeromess haben nun ein einfaches, aber geniales Messverfahren für Innenräume entwickelt, mit dem sie dem Staub zu Leibe rücken.Die Auslöser für Feinstaub in geschlossenen Räumen sind sehr vielfältig. Ursachen können beispielsweise Zigarettenrauch, Laserdrucker, Kopierer, Kerzen, Kochaktivitäten, Staubsauger oder bestimmte Putzmittel sein.

„Zwar gibt es für Innenräume noch keine Richtlinien, aber wenn man bedenkt, wie viel Zeit die meisten Menschen täglich in geschlossenen Räumen verbringen, wird klar, wie gefährlich erhöhte Feinstaubwerte ganz besonders im Innenbereich sind, denn draußen hält man sich viel kürzer auf“, erläutert Norbert Brauner, Gesellschafter der Dresdner AEROMESS GbR. „Das Problem ist, dass die Krankheiten erst ein paar Jahre später auftreten, daher müssen dringend Grenzwerte für geschlossene Räume gesetzlich festgelegt werden, wir empfehlen dabei die gleichen Höchstwerte, die auch im Außenbereich gelten.“ Derzeit dürfen an der „frischen Luft“ 30 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft (PM10) im 24-Stunden-Mittelwert als Obere Beurteilungsschwelle nur an sieben Tagen pro Jahr überschritten werden. Im Innenbereich liegen die Werte jedoch meist zwischen 80 und 100 Mikrogramm, „wir haben aber auch schon Werte von bis zu 1.000 Mikrogramm gemessen“,

so Brauner. Wer die eigene Gesundheit nicht gefährden will, kann Aeromess mit einer Messung beauftragen. Mit einer winzigkleinen Messbox prüfen dann die Techniker, wie hoch die Werte der verschiedenen Feinstaubpartikel in Innenräumen ihrer Kunden sind und geben Empfehlungen, wie erhöhte Werte gesenkt werden können. Das Problem: „Wenn wir beispielsweise eine 24-Stunden-Messung durchführen, kommt es oft vor, dass zu einer bestimmten Uhrzeit ganz schlagartig die Feinstaubpegel in die Höhe schnellen, doch dann ist es ganz schwierig, die konkrete Ursache dafür aufzuklären und es wäre für die Kunden meist viel zu teuer, wenn ein Techniker während der gesamten Langzeitmessung alle Aktivitäten im Raum mitschreibt“, so Brauner. Um den „Luftverpester“ zu finden, waren bislang daher Messwiederholungen nötig, die zwangsläufig ebenfalls zu Mehrkosten führten. Doch dann hatten Norbert Brauner, Ralf Zimmer und Thomas Franke die einfache, aber geniale Idee: „Wir haben ein Messverfahren entwickelt, bei dem während der Messung ein Video mitläuft.

Die Ergebnisse der Feinstaubmessung werden dann automatisch neben die Videoaufzeichnung synchron in den Computer übertragen, so dass wir sofort den Auslöser plötzlich erhöhter Werte ausmachen und beseitigen können“, erläutert Brauner. Damit die Idee der Sachsen kein anderes Unternehmen klauen kann, hat sich das Team von Aeromess nun die Erfindung als „Gebrauchsmuster“ beim Patentamt eintragen lassen.

Quelle: AEROMESS GbR

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