Zwischen Feierlaune und Katerstimmung – Parteien ziehen Wahlbilanz

Dresden – Die Gegensätze könnten wohl kaum größer sein. Von absoluter Feierlaune bis hin zu regelrechter Katerstimmung waren die Emotionen unter den Sächsischen Parteien am Montagmorgen breit gestreut. Vor allem der CDU verhagelte wohl zusätzlich der graue Wochenstart die Stimmung nach der Wahl. Generalsekretär Michael Kretschmer hatte sich sicher in Berlin gesehen. Er muss sich nun überraschend nach einem neuen Job umschauen.

Sein Direktmandat hat der 42-jährige im Landkreis Görlitz an einen AfD-Kollegen verloren. Sachsens CDU-Generalsekretär Michael Kretzschmer wirkte am Tag nach der Bundestagswahl sichtlich geknickt. Die AfD liegt mit einem Stimmenanteil von 27% bei den sächsischen Wählen sogar knapp vor der CDU und damit im Freistaat ganz vorn.

Während die CDU in Sachsen rund 16 Prozentpunkte einbüßte und auf 26.9 % fiel, schrumpfte auch der Anteil der SPD-Stimmen von 14,6 % auf 10,5 %.

Auch die Linke musste Verluste in Sachsen hinnehmen, bleibt aber im Bundestag mit 9 % stabil. Rico Gebhard sprach von einem schweren Wahlabend. Das Abschneiden der AFD beschäftigt auch die sächsischen Grünen, die als kleinste Fraktion in den Bundestag einziehen.

Grund zur Freude hat hingegen Holger Zastrow. Nach der Rückkehr in den Bundestag blickt man bei den sächsischen Liberalen bereits selbstbewusst in die Zukunft.

Rund 3,3 Millionen Sachsen waren zur Wahl aufgerufen. Von diesem Recht machten rund von 75 % der Wahlberechtigten Gebrauch. Die Wahlbeteiligung lag damit 6 Prozentpunkte über der von 2013.