Afrikanische Welse künftig aus Jesewitz in Nordsachsen

Biogasanlage sorgt für heimatlich tropische Temperaturen, die für die Aufzucht von afrikanischen Welsen nötig sind.

Im Beisein von Landwirtschaftsminister Frank Kupfer hat die Agrargenossenschaft Jesewitz (Landkreis Nordsachsen) am Freitag eine Anlage zur Aufzucht afrikanischer Welse in Betrieb genommen, die künftig pro Jahr 100 Tonnen Fisch liefern soll. Für die nötige Wassertemperatur von etwa 28 Grad Celsius in den 22 Becken sorgt die Abwärme aus der Biogasanlage der Agrargenossenschaft.

„Das ist ein Projekt, das den Umwelt- und den Landwirtschaftsminister gleichermaßen freut“, so Staatsminister Frank Kupfer. „Umweltfreundliche Erzeugung von Strom aus Biomasse auf der einen Seite, die Entwicklung neuer Standbeine für die Landwirtschaft bei der Nutzung der entstehenden Abwärme auf der anderen. Das ist nachhaltige Landwirtschaft. Damit ist die Agrargenossenschaft Jesewitz auf dem richtigen Weg!“. Insgesamt fördern der Freistaat Sachsen und die EU die Investition in die Anlage mit 312.000 Euro aus dem Europäischen Fischereifonds.

Afrikanische Welse sind schnellwüchsige Warmwasserfische. In Jesewitz sollen zugekaufte Setzlinge innerhalb von 150 Tagen auf das gewünschte Gewicht von rund 1,5 Kilogramm gebracht werden. Die aus dem Wels gewonnenen fettarmen Filets sind grätenfrei. Sie eignen sich zur Verwendung für hochwertige Fischgerichte ebenso wie zum Grillen. Derzeit angebotene Filetware stammt fast ausschließlich aus Importen, meist aus Holland.

Neben der Fischzuchtanlage versorgt die Abwärme der Biogasanlage auch 32 Haushalte des Jesewitzer Ortsteiles Ochelmitz sowie die Schweinezuchtanlage eines Agrarbetriebes mit Wärme. Der Bau des dafür erforderlichen Nahwärmenetzes wurde mit rund 130.000 Euro aus Mitteln der Integrierten Ländlichen Entwicklung gefördert.