Aktivisten besetzen Baukran

Mit einer spektakulären Aktion an der Brückenbaustelle der Waldschlösschenbrücke in Dresden hat am Donnerstag die Umweltorganisation Robin Wood wieder für Aufsehen gesorgt.

In den frühen Morgenstunden kletterten Aktivisten auf den Kran und enthüllten ein riesiges Transparent. In luftiger Höhe haben die Mitarbeiter der Umweltorganisation Robin Wood am Donnerstag für einen Baustopp an der Waldschlößchenbrücke demonstriert. Fünf Aktivisten-ausgebildet als technische Kletterer, entrollten am Baustellenkran ein riesiges Transparent.

Interview: Daniel Häfner – Robin-Wood-Aktivist

Bereits am frühen Donnerstagmorgen, noch vor den ersten Arbeitern, waren die Umweltschützer auf die Baustelle gekommen. Die Polizei griff nicht ein, denn die Demonstranten kündigten an, am Nachmittag den Kran wieder zu verlassen.

Interview: Daniel Häfner – Robin-Wood-Aktivist

Doch davon ließen sich die Aktivisten nicht abhalten, sie drehten das Plakat erneut. Die Mitglieder der Umweltorganisation Robin Wood sind in Dresden bekannt für ihre außergewöhnlichen Aktionen. Im Januar hielten sie einen Monat lang die inzwischen gefällte Buche an der Bautzner Straße besetzt, als Zeichen gegen den Bau der Waldschlößchenbrücke. Doch nicht alle Dresdner sind damit einverstanden. Die Schaulustigen an der Baustelle sind gespalten in zwei Lager: Brückenbefürworter und Brückengegner.

Umfrage

Auch eine von Dresden Fernsehen durchgeführte Umfrage zeigt, dass die Mehrheit der Dresdner weiterhin die Brücke befürwortet. Von 500 Befragten sprachen sich 53 Prozent für die Brücke aus, 21 Prozent bevorzugen einen Tunnel und 12 Prozent der Befragten sind gegen jede Form der Elbquerung an dieser Stelle. Am Nachmittag verließen die Aktivisten den Kran. Für sie könnte die Aktion ein rechtliches Nachspiel haben.
Die Stadt hat Anzeige gegen die Kranbesetzer gestellt. Die Baufirma will ihnen die Kosten für einen extra angeforderten Autokran in Rechnung stellen.

Interview: Jana Ulbricht – Polizeisprecherin

Vor der Besetzung des Krans gab es bereist mehrere kleine Zwischenfälle auf der Baustelle. Zerschlagene Scheiben, beschmierte Bagger und eine betonzersetzende Flüssigkeit wurden zur Anzeige gebracht. Die Polizei will deshalb verstärkt Präsenz zeigen.

Interview: Jana Ulbricht – Polizeisprecherin

Trotz aller Proteste – die Bauarbeiten an der Waldschlößchenbrücke gingen am Donnerstag weiter. Auch nach dem jüngsten Besuch von Kurt Biedenkopf und OB Lutz Vogel bei der UNESCO in Paris halten Stadt und Freistaat an der Brücke fest.