AKTUELL: Barbara Lässig tritt vom Amt der Präsidentin der Eislöwen zurück

Barbara Lässig hat heute abend ihren Rücktritt als Präsidentin des ESC Dresden e.V bekannt gegeben.

Hier ihre Erklärung:

Seit einigen Wochen gibt es zwischen Verein und Betriebsgesellschaft des Vereins Auseinandersetzungen über Art und Weise der Lösung unserer finanziellen Probleme, welche ungelöst Gefahr laufen, dem Eishockeysport in Dresden in erheblicher Weise zu schaden.

Wegen der fehlenden Transparenz unserer Finanzlage für die bevorstehende Saison hatte ich Anfang Juli noch vor dem Urlaubsantritt von A. Urban, diesen wiederholt aufgefordert, die aktuelle Situation offenzulegen. Dabei kam heraus, dass im Etat der Eislöwen, neben einer nicht akzeptablen, unorganisierten Geschäftsstelle, ein grosses Finanzloch klafft.

Da diese Lage auch auf die Unfähigkeit oder auch Untätigkeit der BG-Geschäftsführung zurückzuführen ist und die Eislöwen kurz vor der neuen Saison stehen, entstand für die Gesellschafter extremer Handlungsbedarf. Als A. Urban unmittelbar nach seinem Urlaub ins Krankenhaus kam, mussten die kapitalgebenden Gesellschafter handeln und wechselten die Geschäftsführung aus.

Ein entsprechender Beschluss wurde schließlich auf der Gesellschafterversammlung vom 31.07.09 gefasst. Auch der vor anderthalb Jahren gewählte Vizepräsident Rolf Franek und der vor vier Monaten kooptierte Schatzmeister Hermann Lozareck-Junge stimmten der Einstellung des neuen Geschäftsführers zu. Danach distanzierten sich allerdings wieder davon, da sie an dem bisherigen GF festhalten wollten und schließlich den Berliner Marketingmanager Klaus Wick, welcher bis heute zwar eine grosse Rechnung, jedoch keinen Cent Sponsoring eingebracht hat, als GF eingesetzt sehen wollten.

Seit dieser GV-Sitzung wurde seitens der beiden anderen Präsidiumsmitglieder mit der Behauptung, ich hätte mit der Einstellung des neuen Geschäftsführers gegen die Satzung verstoßen, ein wahres Feuerwerk an Unwahrheiten, absichtlichen Verdrehungen und Verunglimpfungen gegen mich gezündet.

Das gipfelte zwei Tage vor der turnusmäßigen Vorstandssitzung, in einem schriftlichen Antrag des Vizepräsidenten Rolf Franek, mich wegen angeblichen vereinschädigenden Verhaltens als Mitglied aus dem Verein auszuschließen.

Liebe Mitglieder des Vorstandes,

in Anlehnung an bisherige Anträge/Stellungnahmen zur Tagesordung beantrage ich hiermit, folgenden Punkt 2.c) als Beschlussvorlage in die Tagesordnung aufzunehmen:

„Der Vorstand des ESCD e.V. beschließt, gegen das Mitglied Barbara Lässig wegen des Verdachtes eines schweren Verstoßes gegen die Satzung des Vereins ein Ausschlussverfahren gemäß § 8 Abs.3 b der Satzung einzuleiten.“

Begründung:

Die Präsidentin hat sich nach meiner Auffassung eines schweren Satzungsverstoßes schuldig gemacht. Sie hat sich über eine bestehende Mehrheit im Präsidium hinweggesetzt, in der Öffentlichkeit behauptet, es gäbe einen Beschluss des Präsidiums, obwohl dieses nicht der Fall war und im kollusiven Zusammenwirken mit Thomas Dinger versucht und letztlich auch erreicht, dass ich als Mitglied des Präsidiums an der freien Ausübung meines Stimmrechts im Präsidium gehindert werde.

Alles Weitere könnt Ihr der anhängenden Darstellung der Ereignisse seit dem 29.08.2009 entnehmen. Diese rechtfertigen jedenfalls die Einleitung eines derartigen Verfahrens, alles Weitere wird nach einer ordnungsgemäßen Anhörung zu entscheiden sein.

Im Interesse des Vereins bitte ich Euch, weder diesen Antrag noch meine Darstellung der Ereignisse vor der Sitzung am Mittwoch öffentlich zu kommunizieren.

Mit freundlichen Grüßen

Rolf Franek
Vizepräsident des ESCD

Für mich war das der Höhepunkt einer Auseinandersetzung, welche sich nicht mehr vereinbaren lässt mit meiner Vorstellung von Moral und Anerkennung in einem Ehrenamt. Diese Vorgehensweise zwang mich als Präsidentin den Verein anwaltlich unterstützen zu lassen. In der aufgeheizten Atmosphäre der Vorstandssitzung wurden dann, anhand minutiöser Darstellung des tatsächlichen Ablaufs der Ereignisse und der Texte des Email-Verkehrs, die Hauptwidersacher dazu gebracht, ihren Ausschlussantrag zurückzuziehenden und zur Sacharbeit zurückzukehren. Heute, also 12 Tage später, lese ich in der Einladung für die nächste Aufsichtsratssitzung folgendes: „In einer gestrigen Beratung erklärten die beiden Präsidiumsmitglieder R. Franek und H. Locarek-Junge im Beisein der Abt.-Leiter und drei Mitgliedern des AR, dass eine Zusammenarbeit mit B. Lässig nach der Mitgliederversammlung nicht möglich sei und deshalb durch das Präsidium Neuwahlen herbei geführt würden.“

Wenn nun gegenüber der Öffentlichkeit der Eindruck erweckt werden soll, dass doch eigentlich nur Missverständnisse ausgeräumt werden mussten und alles wieder gut sei, dann ist dies Heuchelei. Noch nie wurde das Tun und Handeln unseres Vereins so durch Unehrlichkeit und Unfairness bestimmt, dass eine weitere Zusammenarbeit im Präsidium ganz unmöglich geworden ist. Keiner meiner Widersacher brachte Geldgeber oder Sponsoren für eine Lösung unserer finanziellen Probleme. Was Sie wirklich wollen, kann ich nur erahnen. Es geht aber nicht um Posten oder Macht, es geht in unserer jetzigen Situation ausschliesslich um den Kampf gegen das Aus der Dresden Eislöwen. Ich bin keine wohlhabende Geldpräsidentin die mit einem Lächeln finanzielle Löcher stopfen kann. Ich bin eine Kommunalpolitikerin mit einer Leidenschaft für Eishockey. Um jeden Cent und jeden Euro habe ich gekämpft auf meine, vielleicht auch manchmal ungeliebte Art und Weise. Immer jedoch mit einem Ziel, erfolgreich Eishockey in Dresden zu etablieren. An einem irrationalen Machogehabe werde ich nicht mehr teilnehmen.

Dieser unfreiwillige Rücktritt fällt mir besonders schwer zumal ich mich in den letzten Tagen immer wieder selbst motiviert habe zu kämpfen. 37.000,- Euro habe ich in den vergangenen drei Tagen akquiriert, weil ich dem Dresdener Eishockey noch helfen wollte. Jetzt kann ich nicht mehr. Ich stelle meine enge Verbundenheit und meine Erfolge mit dem Dresdner Eishockey zur Disposition und trete mit sofortiger Wirkung als Präsidentin zurück, weil mir Verantwortung wichtiger ist als Ruhm und Aufmerksamkeit. Diese Entscheidung veranlasst mich zurückzublicken auf einen Weg den ich gerne und stolz gegangen bin:

Im März 2001 wurde ich als Präsidentin eines mit 800.000,-DM verschuldeten Vereins gewählt. Während dieser Zeit gab es sechs Schatzmeister und zwei Vizepräsidenten. Geld für eine gebräuchliche Geschäftsführung und ein gesundes Vereinsleben war nie vorhanden. Alles was wir heute sind wurde ausschließlich im Ehrenamt erarbeitet. Aufgrund dieser Sparsamkeit konnten wir im Februar dieses Jahres die letzte Rate/„Verbindlichkeiten“ an die Landeshauptstadt Dresden zurückzahlen. Der Verein ist entschuldet. Eishockey hat einen guten Namen in Dresden und viele neue begeisterte Anhänger gefunden.

Der mit meinem Amtsantritt abgespaltene EHC hat sich mit Hilfe vieler Mitglieder, Verantwortliche und auch dem Sportbürgermeister seit Januar 2008 wieder zusammengefunden und arbeitet zielorientiert und erfolgreich.

Die Abteilung Sledgehockey ist jetzt endgültig integriert und leistet mit ihrem neuen Trainer Karl-Heinz Domschke eine großartige Arbeit. In den letzten Jahren konnten wir uns als Mannschaftssportart Eishockey erfolgreich in Dresden und auch über die Stadtgrenzen hinaus etablieren und spielen heute in der zweithöchsten Liga im deutschen Eishockey.

Dieser Verein ist durch die Arbeit vieler eishockeybegeisterter Menschen ein guter Verein geworden mit einem wirklich breiten und positiven Image.

Für mich war es eine harte, aufreibende, aber auch schöne und erfolgreiche Zeit.

Mit meiner Kritik schließe ich explizit die sportliche Leitung der Dresdner Eislöwen aus. Dort sehe ich ein äußerst großes und richtungsweisendes Potential für einen erfolgreichen Eishockeysport in Dresden.

Den Menschen, Sponsoren, Fanrat, Freunden und Partnern des Eishockeys, die immer ein offenes und ehrliches Ohr für mich hatten und uns auch immer wieder einmal aus zuweilen aussichtslosen Situationen das Vertrauen gegeben haben, möchte ich ganz herzlich danken.

Dem Dresdner Eishockeysport wünsche ich weiterhin maximale Erfolge, Weitsicht und die ehrlichen Macher. Ich bleibe Gesellschafterin der BG ESCD Dresden mbH und stehe mit Rat und Tat für fairen und ehrlichen Eishockeysport in Dresden zur Verfügung.

Barbara Lässig Dresden, 20.08.09

Quelle: Dresdner Eislöwen

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