Alkohol ist weiterhin Problemdroge Nummer 1 in Dresden

Über 3.000 Dresdner sind 2013 im Krankenhaus wegen des Konsums von legalen und illegalen Substanzen behandelt worden. Rund 2.400 Dresdner kamen wegen Alkoholmissbrauch ins Krankenhaus. Stark angestiegen sind zudem die Einweisungen wegen Crystalkonsums. +++

Der neue Suchtbericht für die Landeshauptstadt Dresden ist erschienen. Er berichtet über die Entwicklung des Behandlungsbedarfs – sowohl stationär als auch ambulant – zum Thema Sucht. Außerdem listet er auf, welche Leistungen die Dresdner Suchtberatungs- und Behandlungsstellen (SBB) im vergangenen Jahr erbracht haben.
 
„Dabei zeigt sich, dass Alkohol nach wie vor die Problemdroge Nummer eins ist. Der Konsum von Crystal legt jedoch bedenklich zu“, erklärt Sozialbürgermeister Martin Seidel.

Insgesamt wurden 3 047 Dresdner Kinder, Jugendliche und Erwachsene im Jahr 2013 im Krankenhaus wegen des Konsums von legalen und illegalen Substanzen behandelt. Das sind drei Prozent mehr als im Vorjahr. 2 376 Dresdner Einwohner und Einwohnerinnen waren allein wegen Alkoholmissbrauchs im Krankenhaus. Im Jahr zuvor waren es 2361.

In den Dresdner SBB wurden im Jahr 2014 insgesamt 3 692 Personen beraten. Davon hatten      3094 (3087 im Jahr 2013) Klienten und Klientinnen aufgrund eigener Betroffenheit Beratungsbedarf. 598 (557 im Jahr 2013) Personen kamen als Angehörige in die Suchtberatungsstellen. Erfreulich ist, dass Dresden mit der Quote Anzahl der Fachkräfte je Einwohner innerhalb Sachsens weiterhin führend ist.

Im Bereich illegaler Drogen machen Crystal-Konsumierende mittlerweile über die Hälfte der Klienten in den SBB aus. Insgesamt 125 Dresdnerinnen und Dresdner wurden 2013 ins Krankenhaus eingewiesen, weil sie Verhaltensstörungen oder psychische Störungen wegen Crystal und anderen Stimulanzien gezeigt haben. 89 waren es im Jahr zuvor.

Die Suchtbeauftragte der Stadt Dresden, Dr. Kristin Ferse sagt: „Sucht ist keine Schande, sondern eine Krankheit. Daher ist es wichtig, dass das Thema Sucht in der Gesellschaft offen thematisiert und diskutiert wird.“ Daher begrüße sie es, dass der Dresdner Stadtrat am 9. Juli 2015 das Dresdner Strategiepapier zur Suchtprävention verabschiedet habe.

Die Vision der Dresdner Suchtprävention sei nicht ein Kampf gegen Süchtige und deren Verhalten. Sie sei ein Plädoyer für das Schaffen gesunder Verhältnisse, die es überflüssig machten, süchtig zu werden. Von dieser Vision wollen sich alle mitwirkenden Institutionen und Unterstützer, der Stadtrat und die Stadtverwaltung in den nächsten zehn Jahren leiten lassen.
„Dabei arbeiten wir gemeinsam hauptsächlich auf drei Ziele hin:

1.) Das Thema Sucht soll in Dresden öffentlich werden, das heißt, aktiv in der Stadt diskutiert und nicht verschwiegen werden.

2.) Die Dresdnerinnen und Dresdner konsumieren verantwortungsvoll legale Suchtmittel.

3.) Der Einstieg in den Konsum illegaler Suchtmittel wird erschwert, ja sogar verhindert.
Wie soll das gehen? Dresden hat sich für den präventiven Ansatz entschieden, um diese Ziele zu erreichen. Die Dresdnerinnen und Dresdner sollen sich über Gefahren und Risiken von legalem und illegalem  Suchtmittelkonsum bewusst sein. Sie sollen verantwortungsvoll entscheiden, wann und wie viel Alkohol sie beispielsweise trinken und sie sollen sich bewusst gegen den Konsum illegaler Drogen entscheiden. Besonders wichtig sind alle Anstrengungen, durch die Kinder, Jugendliche und deren Familien gestärkt werden und sich mit den Themen Suchtmittelgebrauch, -missbrauch und -abhängigkeit aktiv auseinandersetzen. Um Kinder und Jugendliche zu schützen, braucht es im öffentlichen Raum u. a. Orte, wo Suchtmittel erst gar nicht erlaubt sind, z. B. auf Spielplätzen oder in öffentlichen Verkehrsmitteln“, fordert Dr. Kristin Ferse.

Quelle: Landeshauptstadt Dresden