Alles zu spät beim Wiener Loch?

LINKE erklärt, unbeherrschbare Risiken seien nicht länger tragbar, deshalb muss jetzt gehandelt werden. GRÜNE nennen Wiener Loch “Desaster mit Ansage“. +++

 

Zu den gravierenden Risiken am Wiener Platz erklärt LINKE-Stadtrat und Bauingenieur Tilo Wirtz: 

„DIE LINKE fordert bereits seit längerem die Verfüllung der Baugrube, da eine sinnvolle Verwertung des bestehenden Grundstücks seit Jahren gescheitert ist. Inzwischen zwingt der Zustand der Wasserhaltung und des Baugrubenverbaus zum Handeln, um nicht bei einer Havarie den Millionen für ‚das Loch‘ noch Millionen für Schäden einer möglichen Havarie mit Flutung benachbarter Gebäude hinterher werfen zu müssen. 

Wenn der Tiefbauamtsleiter ‚die Risiken nicht weiter allein tragen‘ kann, muss er handeln und darf nicht versuchen, die Verantwortung zu delegieren.“ 

Risiken dürfen bei der Wasserhaltung in einer Baugrube gar nicht erst entstehen und sind deshalb weder allein noch gemeinsam tragbar. Doch die Verwaltung scheint derartig unter der Fuchtel der schwarz-gelben Rathausspitze zu stehen, dass selbst drohende Havarien wie beim Wiener Loch mit Schäden in Millionenhöhe sehenden Auges in Kauf genommen werden. Die „Flucht nach vorn“ des Tiefbauamtsleiters am Baubürgermeister Jörn Marx (CDU) vorbei, war wohl eine Verzweiflungstat. 

Abschließend betont Tilo Wirtz: „Die nun öffentlichen Äußerungen im Bauausschuss waren drastisch. Ich habe deshalb meine technischen Bedenken zu Protokoll gegeben. Hier bin ich meiner Verantwortung und Hinweispflicht als Ingenieur in positiver Kenntnis einer Gefährdung nachgekommen, um mich nicht selbst haftbar zu machen. Ich bin nicht bereit, Missstände zu decken, die die öffentliche Ordnung und Sicherheit gefährden.“ 

Reinhard Koettnitz kann nicht eine Gefährdung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit einräumen und gleichzeitig eine mögliche Verletzung von Genehmigungen verneinen. Denn die wasserrechtliche Genehmigung für eine Wasserhaltung in einer Baugrube dient ja gerade dazu, die öffentliche Ordnung und Sicherheit jederzeit auch bei Bauarbeiten zu gewährleisten. Hier besteht weiter Klärungsbedarf. 

Ingenieurtechnisch können Fehler bei der Wasserhaltung und Grundwasserabsenkung in einer Baugrube schwere Schäden verursachen. So war das Stadtarchiv in Köln möglicherweise in Folge eines hydraulischen Grundbruchs eingestürzt, der durch eine mangelhafte Wasserhaltung ausgelöst wurde.

GRÜNE: Wiener Loch – Desaster mit Ansage! Wohnbebauung und Technisches Rathaus für den Standort zügig prüfen

Die sich zuspitzende Situation beim unbebauten Grundstück am Wiener Platz ist nach Auffassung des Sprechers für Stadtentwicklung der GRÜNEN Fraktion Thomas Löser ein „Desaster mit Ansage“. „Ich kann nicht verstehen, wenn heute undifferenziert die Stadt bzw. die Verwaltung als Schuldige für das kostspielige Wiener Loch kritisiert werden und darüber vergessen wird, wer uns das eingebrockt hat: Es waren CDU und FDP, die mit ihrer Großmannssucht nach Konsumtempeln diese überdimensionierte Erschließung durchgesetzt haben.“ Die GRÜNEN hatten schon Anfang der 90er vor diesem Projekt inkl. des Straßentunnels gewarnt. „Leider haben sich einmal mehr diese Bedenken als richtig herausgestellt.“ Alle Versuche der letzten Jahre, dieses Desaster zu reparieren „ist an der Bande christdemokratischer Ratlosigkeit abgeprallt,“ so Thomas Löser. 

Die GRÜNEN fordern, dass nun eine schnelle Lösung gesucht wird. „Wir brauchen an dieser Stelle eine Nutzung, die entweder Publikumsverkehr auslöst oder von der Publikum ausgeht. Das wäre auch für die Prager Straße enorm wichtig.“ Deshalb kommt für die GRÜNEN eine Wohnbebauung ebenso in Frage, wie die seriöse Prüfung des Wiener Lochs als Standort des Technischen Rathauses. „So würde das Sorgenkind des Bauamtes praktisch adoptiert.“

Quelle: Fraktion DIE LINKE, Bündnis 90/Die Grünen

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