Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club gegen Helmpflicht!

Eine Helmpflicht für Fahrradfahrer ist schon seit längerem in der Diskussion. Die Meinungen gehen in diesem Punkt weit auseinander. Von mehr Sicherheit ist die Rede, aber auch von einer Beschneidung der persönlichen Entscheidungsfreiheit. +++

Tausende Radfahrer sind tagtäglich auf Sachsens Straßen unterwegs. Doch gerade einmal neun Prozent von ihnen tragen freiwillig einen Helm. Immer wieder wird daher über die Einführung einer Helmpflicht für die Radler diskutiert. Das Hauptargument: mehr Sicherheit. Der ADFC jedoch lehnt das kategorisch ab.

Je mehr Radverkehr unterwegs ist, desto sicherer ist laut ADFC der einzelne Radfahrer. Trotzdem kommt es immer wieder zu schweren Unfällen. Und dabei ist es ganz egal, ob ein unachtsamer Autofahrer den Radler zu Fall bringt oder er selbst stürzt. Im besten Falle kommt er mit ein paar Abschürfungen davon, im schlimmsten Fall landet er auf dem ungeschützten Kopf.

Diskutiert wird im Moment vor allem auch über die so genannten E-Bikes. Die elektrisch unterstützten Fahrräder werden immer beliebter. Eine Helmpflicht besteht bislang nur für leistungsstarke Elektroräder, die schneller als 25 Stundenkilometer fahren. Die langsamen Pedelecs dagegen sind dem Fahrrad rechtlich gleichgestellt. Eine Vorschrift zum Helm tragen gibt es hier nicht.

Ob der Fahrradhelm den Kopf tatsächlich immer vor schweren Verletzungen schützen kann, darüber scheiden sich die Geister. Erwiesen ist, dass er das Radfahren zwar sicherer macht. Ein Allheilmittel ist er aber auch nicht.

Auch eine Helmpflicht für Kinder, wie in einigen Ländern üblich, lehnt der ADFC ab. Mit der Begründung, dass mehr Kinder bei Autounfällen ums Leben kommen, als auf dem Fahrrad. Verantwortungsvolle Eltern schützen ihre Kinder trotzdem.

Solange es keine Helmpflicht gibt, setzen die Befürworter auf die Einsicht der Radfahrer. Die Tragequote soll in den kommenden Jahren auf 50 Prozent steigen. Doch bis dahin ist es vermutlich noch ein langer Weg.