Dem „Lost Place“ Alte Konsum-Fleischfabrik auf der Spur

Dresden - Die Landeshauptstadt wird vor allem mit prächtigen Barockbauten in Verbindung gebracht. Doch gibt es fernab davon viele architektonische Perlen in der Elbmetropole aus verschiedenen Epochen. Beim Industrie Kultur Parkour ab Freitag können Dresdner ehemalige Industriestandorte erkunden. Über deren heutige Nutzung informiert der Verein Konglomerat e.V. 

Der ehemalige Fleischverarbeitungsbetrieb der Konsumgenossenschaft „Vorwärts“ liegt an der Fabrikstraße. 1927 bis 1930 wurde es von Kurt Bärbig als Teil einer großen Fabrikationsanlage für die Nahrungsmittelproduktion mit Bäckerei, Brauerei und Brennerei erbaut. Konzipiert wurde der Komplex wesentlich größer - nur ein Teil ist damals tatsächlich gebaut worden. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz. Seit Jahren ist es verwaist. Nun zeichnen sich für die architektonische Perle neue Pläne ab. Darüber hat Moderator Jonathan Wosch mit Marc Schmidt und Jan Minack vom Konglomerat e.V. gesprochen.

Diesen und andere Orte könnt ihr beim "Industrie Kultur Parkour" vom 13. bis 15. Oktober erkunden. Konglomerat e.V. stellt diese Räume und Nutzungskonzepte in einen stadträumlichen Zusammenhang. So wird Industriekultur in Dresden erfahrbar gemacht und neu interpretiert. Zwei begleitete Stadtwanderungen mit Experten, Akteuren und Besuchern führen zu ausgewählten Standorten zwischen der Dresdner Neustadt und Dresden Plauen. Projekthäuser öffnen ihre Türen, stellen sich vor und bieten in teils improvisierter Baustellenatmosphäre ein breites künstlerisches Programm. Im Zentralwerk gibt es Kunst im öffentlichen und unfertigen Raum in der Ausstellung "DIE UNFERTIGEN". Im Kino in der Fabrik läuft zum European Art Cinema Day der tschechische Filmepos MARKETA LAZAROVA. In der Blauen Fabrik spielt die Band AUA AUA.

Was ist Industrie Kultur in Dresden?

Industriekultur ist nicht nur der Blick zurück auf eine romantisierte Historie oder die denkmalgeschützte Hülle. Industriekultur bedeutet für den Verein auch den Blick in die Zukunft, auf Lebens- und Arbeitswelten und einen neuartigen Umgang mit dem industriekulturellen Erbe. Unternehmer der Kultur- und Kreativwirtschaft finden in Industriebauten geeignete Wirkräume und nutzen diese. Dresden braucht diese Unternehmer – Dresden braucht derartige Räume. Industriekultur ist in aller Munde, in verschiedenen Regionen haben sich Tage der Industriekultur als Veranstaltungsformate mit großer Wirkung etabliert. "Industrie Kultur Parkour" ist Anstoß für die Entwicklung einer „Dresdner Industriekultur“. Erstmals wollen wir in Dresden das öffentliche Interesse wecken, zeigen was diese Stadt bietet und
danach fragen, was Industriekultur hier bedeutet.

© Sachsen Fernsehen

Die Initiatoren sind Marc Schmidt (B.Sc. Landschaftsarchitektur) und Jan Minack (M.Sc. Architektur) aus Dresden. Sie engagieren sich in vielfältigen Projekten für Kunst und Kultur. Öffentlicher Raum, Baukultur und die Verwurzelung in Projektarbeit sind seit 2007 Motivation. Beide sind im Konglomerat e.V.engagiert, dem Träger von InKuPa. Der in Dresden-Löbtau sitzende Verein für kulturelle und handwerkliche Bildung ist durch das Projekt Werk.Stadt.Laden., sowie dem Betrieb der Offenen Werkstatt #Rosenwerk bekannt.

Bis Sonntag gibt es geführte Stadtwanderungen, Expertengespräche und Diskussions-Dinners. Wo Industrie Kultur in Dresden zu finden ist, das erfahrt ihr hier.