Alter(n) in einer mediatisierten Welt – Uni Leipzig sieht Handlungsbedarf

Die Professur für Medienpädagogik und Weiterbildung am Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft setzt einen neuen Schwerpunkt in Forschung, Aus- undWeiterbildung: Die Lebensbedingungen älterer Menschen in einer mediatisierten Alltagswelt. Um diesem Anliegen besser gerecht werden zu können, wurde der Verein „Gesellschaft, Altern, Medien e.V.“ (GAM) gegründet.

Lehrstuhlinhaber Prof. Dr. Bernd Schorb sieht dringenden Handlungsbedarf auf dem Gebiet der Lebensbedingungen älterer Menschen in einer mediatisierten Welt. „Diese
Problematik ist bisher stark vernachlässigt worden, ältere Menschen kamen im Zusammenhang mit dem Thema ‚mediatisierte Welt‘ quasi nicht oder nur am Rande vor“, begründet Schorb die neue Themensetzung seines Lehrstuhls. „Wir reagieren mit unserer neuen Themensetzung auf den zunehmend drängende Reflexions- und Handlungsbedarf
und wollen den öffentlichen Fachdiskurs dazu in Gang setzen“, so Schorb weiter.

Die Wissenschaftler beschäftigen sich theoretisch und empirisch mit Fragen des Alter(n)s unter den Bedingungen einer zunehmend medial geprägten Gesellschaft. Gegenwärtig
erforschen beispielsweise Anja Hartung, Bernd Schorb und Daniel Diegmann die „Digitalisierung und Vernetzung von Lebensräumen im höheren Alter“ und die „Konstitution von Alter(n)swirklichkeiten im Film“. Teilergebnisse der beiden Studien werden im Herbst 2010 in der Schriftenreihe des Vereins publiziert.

Einmal im Jahr veranstaltet GAM eine Jahrestagung. In einer Schriftenreihe sollen die Forschungsergebnisse veröffentlicht werden. Ein GAM-Nachwuchsförderpreis prämiert jährlich eine wissenschaftliche Arbeit. GAM-online soll regelmäßig Neuigkeiten auf dem Gebiet Alter(n) in einer mediatisierten Welt zur Diskussion stellen.